Di, 21. November 2017

Prozess gegen Pfarre

04.02.2015 07:29

Anrainer: „Glockenschlag bei Nacht ist sinnlos“

Das ganze Land rätselt, wer denn der Unbekannte ist, der die Linzer Dompfarre wegen des nächtlichen Glockenschlags - wir berichteten - geklagt hat. Am Freitag startet der Prozess am Landesgericht Linz - und nun sprach Beschwerdeführer und Architekt Wolfgang Lassy (57) erstmals offiziell mit der "Krone" über sein Vorgehen.

"Krone": Sie gehen gegen die Glocken vor. Wie kam es dazu?
Wolfgang Lassy: Ich habe 2004 mein Haus in der Baumbachstraße gekauft. Ab 2010 fing es an, dass ich mich ständig unwohl und matt fühlte. Ich dachte an ein Burnout, aber bis ein Arzt eine Schlafstörung diagnostizierte, dauerte es fast zwei Jahre! Übrigens wurde 2009 die Läutordnung geändert...

"Krone": Und der Dom ist schuld?
Lassy: Ja! Die Glocken schlagen zur viertel, halben, dreiviertel und ganzen Stunde! Zur Spitzenzeit um Mitternacht sogar 28 Mal. Erst vier Mal, weil die Stunde voll ist, dann zwölf Mal, weil es 12 Uhr ist. Dann nochmals zwölf Mal, weil es in Linz den Stundennachschlag gibt. Vor Mitternacht ins Bett zu gehen, wäre für mich sinnlos.

"Krone": Wie lange schlafen Sie?
Lassy: Verschieden. Oft werde ich ab drei Uhr regelmäßig munter - und ab dem Angelusläuten um sieben Uhr bin ich hellwach. Schlafen ist für mich eine Stresssituation!

"Krone": Sie haben privat Schallmessungen beauftragt.
Lassy: Ja, der Spitzenpegel vorm Fenster liegt bei 77 Dezibel. Im Gesetz liegt der Grenzwert im Kerngebiet nachts bei 50 Dezibel - warum gilt das für Kirchen nicht?

"Krone": Sie waren viermal beim Pfarrer zur Vorsprache.
Lassy: Erfolglos! Und die Ignoranz der Kirche ist auch der Grund für die Klage! Die wenigsten trauen sich, sich mit der Kirche anzulegen - aber ich kenne viele, denen es so geht wie mir. Der Glockenschlag bei Nacht ist sinnlos!

"Krone": Haben Sie an den Verkauf des Hauses gedacht?
Lassy: Das wäre die letzte Möglichkeit. Es ist schließlich unser Traumhaus.

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