Fr, 15. Dezember 2017

Nach Tod des Piloten

04.02.2015 06:28

Jordanien richtete zwei Dschihadisten hin

Nach der brutalen Tötung des jordanischen Piloten Mouath al-Kasaesbeh durch die Terrormiliz Islamischer Staat hat Jordanien seine angekündigte Reaktion wahr gemacht und zwei Dschihadisten hingerichtet. Die Irakerin Sajida al-Rishawi, die der IS hatte freipressen wollen, sowie das Al-Kaida-Mitglied Ziyad Karboli wurden Mittwoch früh um 4 Uhr gehängt, teilte die Regierung in Amman mit. Die Urteile seien demnach im Swaka-Gefängnis südlich der Hauptstadt vollstreckt worden.

Jordanien hatte eine entschiedene Reaktion angekündigt, nachdem am Dienstag im Internet ein Video mit der Verbrennung von Mouath al-Kasaesbeh aufgetaucht war. Die vom IS verbreiteten Aufnahmen zeigen eine der bislang brutalsten Hinrichtungen eines Gefangenen der Terrormiliz: Offenbar in Benzin getränkt wartet der Todgeweihte in einem Metallkäfig, bis ein maskierter Dschihadist mit einer Fackel Feuer legt und eine Flammenspur auf den Käfig zurast. Das Opfer verbrennt bei lebendigem Leib.

Frau soll Schwester eines IS-Gründers gewesen sein
Der IS hatte in Verhandlungen mit Amman in letzter Zeit einen Austausch von Kasaesbeh gegen die 1965 im Irak geborene Rishawi angeboten, allerdings kam es nie dazu. Die Frau hatte für die Terrormiliz symbolischen Wert - sie soll die Schwester eines der Gründer des Islamischen Staates gewesen sein. Am Mittwoch im Morgengrauen wurde sie nun exekutiert.

Zudem wurde mit Karboli ein ranghohes Al-Kaida-Mitglied hingerichtet. Der Mann war wegen Anschlagsplanungen gegen das Königreich zum Tode verurteilt worden. Nun werden laut Angaben aus Amman auch noch drei weitere Gefangene, die mit dem IS verbunden sein sollen, exekutiert.

60 Menschen bei Anschlägen 2005 in Amman getötet
Rishawi war vier Tage nach einer Anschlagsserie auf drei Hotels in Amman, bei der Ende 2005 60 Menschen starben, festgenommen und im April 2006 zum Tode verurteilt worden. Gemeinsam mit ihrem Mann, der sich im Radisson-Hotel mitten in einer Hochzeitsfeier in die Luft sprengte, und zwei weiteren Attentätern war sie ein Jahr zuvor zu Parallel-Anschlägen aufgebrochen, diese gingen allerdings schief. In ihren im jordanischen Staatsfernsehen übertragenen Geständnissen erklärte sie, dass sie es im letzten Moment nicht geschafft hatte, den Zünder ihres Sprengstoffgürtels zu betätigen.

In Jordanien waren schon lange keine Todesurteile gegen Frauen mehr vollstreckt worden. Nach der Verbrennung von Kasaesbeh wurde diesmal offenbar eine Ausnahme gemacht.

König Abdullah II. beschwört Einheit der Nation
Nach der IS-Hinrichtung des jordanischen Piloten beschwor König Abdullah II. die Einheit der Nation. "Mit Wut und Trauer haben wir die Nachricht vernommen, dass der Pilot und Held Mouath al-Kasaesbeh von der Terrororganisation IS getötet wurde - von der feigen, fehlgeleiteten Verbrecherbande, die nichts mit unserer Religion zu tun hat", sagte er während eines Besuchs in Washington. In solch schwierigen Zeiten sei es die Pflicht der Söhne und Töchter der Nation, zusammenzuhalten. Dies werde letztlich zu größerer Stärke führen.

Abdullah II. traf sich am Abend mit US-Präsident Barack Obama. Zuvor hatte Obama die grausame Hinrichtung Kasaesbehs in einer Erklärung als "weiteres Anzeichen für die Bösartigkeit und Barbarei" der IS-Miliz bezeichnet. Die Tat werde die internationale Koalition dazu bringen, ihre "Wachsamkeit und Entschlossenheit zu verdoppeln", um die Dschihadisten endgültig zu besiegen.

Weltweites Entsetzen über "barbarische" Tat
Weltweit verurteilten Politiker die IS-Gräueltat. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einer "fürchterlichen Tat". Japans Regierungschef Shinzo Abe erklärte, die Tat sei "unverzeihlich und schockierend". Das Schicksal von Mouath al-Kasaesbeh war eng mit dem zweier japanischer IS-Geiseln verknüpft, die ebenfalls vor Kurzem von der Miliz getötet worden waren. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel sagte: "Es ist unfassbar, dass Menschen zu einer solch grausamen Tat fähig sind." Außenminister Sebastian Kurz erklärte, dass ihm die "barbarische" Tat der IS-Terroristen die Sprache verschlage.

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