Mi, 13. Dezember 2017

Schutz auffrischen!

02.02.2015 09:36

Die neuen Impfempfehlungen für Erwachsene

Eltern lassen ihre Kinder vor gefährlichen Erkrankungen oft durch Impfungen schützen. Erwachsene hingegen vernachlässigen ihren Impfstatus oder vergessen einfach darauf. "Die Folge ist eine zu geringe Durchimpfungsrate", warnen jetzt das Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin (MedUni Wien) sowie das Gesundheitsministerium, die einen neuen Impfplan für Erwachsene erstellt haben. Wir sagen Ihnen, welche Impfungen für Sie wichtig sind und wie oft sie aufgefrischt werden sollen.

Die "Standardimpfungen" für Erwachsene laut des Österreichischen Impfplans sind:

  • Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio (Auffrischung einmal alle zehn Jahre; bei Menschen über 60 alle fünf Jahre)
  • Zweimal sollten alle Erwachsenen (egal welchen Alters) gegen Masern-Mumps und Röteln geimpft sein (oder Antikörper im Blut nach überstandener Erkrankung haben). Ist das nicht der Fall oder gibt es keine Aufzeichnungen darüber, sollte zweimal geimpft werden. Das schließt Impflücken im Erwachsenenalter.
  • Personen, die keine Antikörper gegen Varizellen (Feuchtblattern) aufweisen, sollten ebenfalls zweimal geimpft werden.
  • Die Influenza-Impfung wird für alle Erwachsenen jährlich empfohlen.
  • Bei der FSME lautet der Rat auf eine (Auffrischungs-)Impfung alle fünf Jahre (über 60 alle drei Jahre).
  • Ab dem 51. Lebensjahr sollte eine Pneumokokken-Immunisierung mit dem sogenannten konjugierten Impfstoff gegen 13 Varianten der Bakterien erfolgen, nach einem Jahr dann eine weitere Impfung mit dem älteren, 23-valenten Impfstoff.
  • Ab dem 51. Lebensjahr sollte auch an die Impfung gegen Herpes zoster (einmal) gedacht werden.

Für die Empfehlungen gibt es laut des 20-köpfigen Autorenteams des Instituts sowie von mehreren weiteren offiziellen Stellen aus dem österreichischen Gesundheits- und Sozialwesen sehr gute Gründe. Ein Beispiel ist die Impfung gegen Diphtherie-Tetanus und Pertussis (Keuchhusten).

"Laut Statistik Austria geben nur 50 bis 55 Prozent der Menschen zwischen 30 und 60 Jahren in Österreich an, gegen Diphtherie geimpft zu sein. Auffrischungsimpfungen (Tetanus; Anm.) wurden/werden im Rahmen von Verletzungen oftmals nur mit dem monovalenten Tetanusimpfstoff, aber nicht in Kombination mit Diphtherie getätigt, was eine geringere Durchimpfungsrate gegen Diphtherie als gegen Tetanus zur Folge hat." Daher sollte im Verletzungsfall immer der Mehrfachimpfstoff Verwendung finden.

Bei der Kinderlähmung (Polio) dagegen sollte der generelle Impfschutz aufrechterhalten werden, weil es zum Import der Erkrankungen aus anderen Weltregionen kommen kann. Bei Pertussis (Keuchhusten) wiederum ist es beispielsweise in den vergangenen Jahren weltweit zu einem Anstieg der Erkrankungsraten in allen Altersgruppen gekommen. Auch hier sollte jeweils die Kombi-Impfung angewendet werden.

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