Mo, 18. Dezember 2017

Angst vor Zuhause

01.02.2015 18:25

Spender finanzieren Umzug für Überfallopfer

Seit einem Überfall unmittelbar vor seiner eigenen Haustür meidet der 67-jährige Brite Alan Barnes aus Angst sein Wohnhaus im nordenglischen Gateshead. Der kleinwüchsige und sehbehinderte Mann war vor knapp einer Woche auf dem Nachhauseweg von einem unbekannten Täter überfallen worden. Nachdem er keine Wertgegenstände beim 67-Jährigen gefunden hatte, suchte der Kriminelle das Weite und ließ den zerbrechlich wirkenden Pensionisten verletzt am Boden liegen. Eine 21-jährige Kosmetikerin, die aus den Medien von dem Vorfall erfuhr, hat eine Spendenaktion für das Opfer im Internet gestartet. Sie will Barnes den Umzug finanzieren helfen.

Als Katie Cutler über den Überfall auf Barnes las, habe sie sofort helfen wollen, erklärte die junge Kosmetikerin, die in der Nachbarschaft wohnt, kürzlich gegenüber der britischen Tageszeitung "The Independent". Die 21-Jährige startete auf der Plattform gofundme.com einen Spendenaufruf. Sie kennt das Unfallopfer nicht persönlich, habe aber schon oft von ihm gehört. Barnes gilt in seiner Heimatstadt als engagiertes Kirchenmitglied und mathematisches Genie.

Innerhalb von zwei Tagen 250.000 Euro gesammelt
Cutler schaute zwei Tage nach Veröffentlichung ihres Aufrufes wieder auf die Plattform und staunte nicht schlecht. Der Überfall auf den kleinen Mann hatte offenbar bei vielen ähnliche Gefühle ausgelöst wie bei der jungen Kosmetikerin. Die Konsequenz: Sage und schreibe 250.000 Euro standen mittlerweile an Spenden zur Verfügung. Seitdem hat sich diese Summe weiter erhöht. "Es fühlt sich nicht real an. Ich bin so überwältigt, kann nicht glauben, wie herzlich die Leute sind", so Cutler, die zunächst davon ausgegangen war, dass einige Hundert Euro zusammenkommen würden.

Mitgefühl mit dem 67-Jährigen herrscht aber nicht nur in Großbritannien, sondern auch weltweit. Wenn man sich die Einträge auf der Spendenplattform ansieht, sieht man Leute aus mehreren europäischen Ländern, Kanada, den USA und auch Neuseeland.

Barnes überwältigt: "Hätte nicht damit gerechnet"
Barnes wird derzeit von seiner 55-jährigen Schwester betreut. Sie hilft ihm auch bei der Suche nach einer neuen Wohnmöglichkeit. Das Unterfangen wird mit der stattlichen Spende mit Sicherheit nunmehr sehr leicht sein. Der 67-Jährige weiß natürlich bereits von seinem Glück und ist überwältigt. Es sei "einfach unglaublich", was für eine enorme Summe mittlerweile zusammengekommen sei. Er habe ja schließlich nur ein gebrochenes Schlüsselbein und hätte nie mit einer derartigen Reaktion gerechnet, sagte er zur BBC. Demnächst sollen Opfer und Wohltäterin einander treffen.

Polizei: "Angriff auf wehrlose Person, eine Schande"
Unterdessen sucht die Polizei nach wie vor jenen Mann, der Barnes ausrauben wollte. Die Ermittler sprechen von einem "feigen Angriff auf eine wehrlose Person". "Es ist wirklich eine Schande", betonte Chris Neil von der Polizei in Gateshead.

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