Mo, 21. Mai 2018

"Neuer Anfang"

30.01.2015 15:20

Schuldenerlass für die 60.000 ärmsten Kroaten

In Kroatien werden den rund 60.000 ärmsten Bürgern des Landes ihre Schulden erlassen. Um den sozial schwächeren Teil der Bevölkerung von seinen Schulden zu befreien, hat die Regierung unter Ministerpräsident Zoran Milanovic entsprechende Vereinbarungen mit Banken, Telekommunikationsfirmen und zahlreichen staatlichen Unternehmen getroffen. Dem Schuldenschnitt traten auch Städte und Gemeinden bei.

Das von der Regierung Mitte Jänner initiierte Projekt, genannt "Neuer Anfang", gilt für Sozialhilfeempfänger und Niedrigverdiener, deren Schulden insgesamt nicht mehr als 35.000 Kuna (rund 4.550 Euro) betragen. Für den Schuldenerlass qualifizieren sich jene Bürger, die kein Vermögen besitzen, mit dem sie ihre Schulden begleichen können, und deren Bankkonten seit mehr als einem Jahr blockiert sind.

Schuldenerlass läuft von Anfang Februar bis Ende Juni
Für die betroffenen Sozialhilfeempfänger beginnt der Schuldenerlass bereits nächste Woche. Ab Februar können sie einen Antrag auf Schuldenerlass einreichen. Die Niedrigverdiener werden das ab April machen können. Die Frist läuft für beide Gruppen Ende Juni aus.

Staatsunternehmen, Banken, Mobilfunkanbieter machen mit
Dem Projekt schlossen sich bisher neben Staatsunternehmen, darunter der Stromkonzern HEP, die Post und der öffentlich-rechtliche Rundfunk HRT, auch neun Banken sowie alle drei Mobilfunkanbieter an, darunter die Telekom-Austria-Tochter Vipnet.

Die Telekommunikationsunternehmen und Banken werden ihren Kunden die Schulden bis zur Maximalhöhe von 10.000 Kuna (rund 1.300 Euro) erlassen. Bei der Steuerbehörde und staatlichen Unternehmen werden die Abschreibungen bis zu 25.000 Kuna (rund 3.250 Euro) betragen.

Auch Groß- und Kleinstädte sowie etliche Gemeinden dabei
Auch die vier größten Städte, Zagreb, Rijeka, Split und Osijek, in denen rund ein Viertel der kroatischen Bevölkerung lebt, wollen ihren Bürgern die Schulden für Kommunaldienstleistungen bis zur Höhe von 25.000 Kuna (rund 3.250 Euro) erlassen. Zudem schließen sich dem Schuldenschnitt auch kleinere Städte und etliche Gemeinden an.

Schulden der Ärmsten belaufen sich auf rund 27,3 Mio. Euro
Nach Daten der kroatischen Regierung haben rund 320.000 kroatische Bürger blockierte Konten wegen zu hoher Schulden. Diese belaufen sich insgesamt auf 28 Milliarden Kuna (rund 3,64 Milliarden Euro). Die Schulden der rund 60.000 ärmsten Bürger, denen nun der Schuldenschnitt ermöglich wird, betragen etwa 210 Millionen Kuna (rund 27,3 Millionen Euro).

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