So, 25. Februar 2018

Stiftung Warentest

30.01.2015 10:03

Peinliche Daten: Schnell im Web, schwer zu löschen

"Das Netz vergisst nichts", heißt es oft. Die Stiftung Warentest wollte es genauer wissen und ließ Testpersonen kompromittierende Fotos und peinliche Kommentare in Foren und sozialen Netzwerken streuen. Monate später versuchten sie, alles wieder zu löschen – eigenhändig und durch drei spezialisierte Agenturen. Ergebnis: Mit Hartnäckigkeit und Zeit lassen sich einige Spuren verwischen, komplett löschen ist schwieriger.

Bei den sozialen Netzwerken Instagram, Facebook, Google+, YouTube und Twitter nutzten die Tester die systemeigenen Meldefunktionen für unerwünschte Texte und Fotos auf fremden Profilen. Bis auf Twitter reagierten alle geprüften Portale wie versprochen. Die Verknüpfungen von beanstandeten Beiträgen zum eigenen Profil wurden gelöscht. Damit erreichten die Tester mehr als die beauftragten Agenturen. Nicht gelöscht wurden hingegen einer Mitteilung zufolge die eigentlichen Beiträge im fremden Profil. Weigere sich der Autor, bleibe hier nur der Rechtsweg, so die Stiftung Warentest.

In Foren ohne Löschfunktion versuchten die Tester außerdem, per Mail an den Betreiber eine Löschung zu erwirken. Die beauftragten Agenturen verlangten dafür zwischen 30 und mehr als 200 Euro pro Beitrag. Sowohl Tester als auch Agenturen waren ähnlich erfolgreich. Nur Gutefrage.net weigerte sich demnach zunächst, Beiträge zu löschen oder zu anonymisieren. Auf eine erneute Anfrage reagierte das Portal dann radikaler als erwünscht: Alle Beiträge wurden anonymisiert und der Testkunde verlor seinen Zugang.

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