Fr, 24. November 2017

Harte Konkurrenz

30.01.2015 13:44

Google enttäuscht Börsianer mit Milliardengewinn

Ernüchterung bei Google: Anders als bei Facebook schwächt sich der Zuwachs bei Online-Werbeklicks weiter ab. Auch verlagert sich das Geschäft immer mehr auf mobile Geräte wie Smartphones und Tablets, wo Kunden wegen der kleineren Banner für gewöhnlich weniger zahlen als beim PC. So setzte sich bei Google der Trend fort, pro Werbeklick weniger zu verdienen.

Auch mit Google Glass läuft es nicht rund: Nachdem sich der Internetkonzern bisher stets optimistisch zu den Chancen der Datenbrille äußerte, wird das Projekt nun auf Eis gelegt und die Strategie überdacht.

Analysten hatten mehr von Google erwartet
Insgesamt steigerte Google den Umsatz im Schlussquartal 2014 zwar um 15 Prozent auf 18 Milliarden Dollar (15,9 Milliarden Euro) und legte beim Gewinn gar um 40 Prozent zu. Die Erwartungen waren aber höher. Der deutlich gestiegene Dollar-Kurs bremste Google. Er führte dazu, dass noch Ende Mai jeder in Deutschland erwirtschaftete Euro 1,40 Dollar wert war, Ende 2014 aber nur noch 1,20 Dollar. Seitdem hat die europäische Gemeinschaftswährung weiter an Boden verloren.

Facebook setzt Google zunehmend unter Druck
Grundsätzlich ist Facebook mit seinen 1,4 Milliarden Mitgliedern im weltgrößten Online-Netzwerk für Google im Werbegeschäft zu einem schärferen Rivalen herangewachsen. Denn während Facebook im Schlussquartal seinen Zuwachs beim Werbe-Umsatz binnen Jahresfrist von 53 auf 69 Prozent steigerte, ging das Plus bei Google von 31 auf 14 Prozent zurück.

Die Erlöse pro Klick sanken um drei Prozent. "Das Geschäft schwächt sich ab und wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem mit mobiler Werbung mehr Geld verdient wird", sagte der Branchenexperte Colin Gillis. "Also gibt es die These, dass Google den Branchen-Umbruch verpasst. Ich glaube das zwar nicht, aber die Sorgen hat Google noch nicht ausgeräumt."

Google ist weit mehr als nur eine Suchmaschine
Google ist allerdings schon lange viel mehr als nur eine Suchmaschine. So gehören das Video-Portal YouTube sowie E-Mail- und Kartendienste zum Konzern und das Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Google probiert zudem neue Ideen aus, die erst Jahre später Geld einbringen könnten. So stieg der Konzern gerade erst bei der Weltraum-Firma SpaceX ein, um vielleicht einmal Satelliten mitzubauen, die Milliarden Menschen in technisch weniger weit entwickelten Ländern einen Internetzugang ermöglichen könnten.

Dass bei Zukunftsprojekten nicht immer alles nach Plan läuft, zeigt die angekündigte Pause für die Datenbrille. Google lässt am künftigen Weg aber keinen Zweifel. Die steigenden Einnahmen im Gesamtkonzern, so Finanzvorstand Patrick Pichette, seien "die Lizenz" dafür, auch weiter in langfristige Projekte zu investieren. Analyst Gillis sieht das grundsätzlich positiv. "Allerdings sollte Google bei Projekten den Stecker ziehen, die nicht funktionieren. Werft kein Geld in ein Fass ohne Boden."

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