Mo, 18. Dezember 2017

"Verraten, verkauft"

29.01.2015 11:19

Spitalsärzte in OÖ: Zustimmung der OÄK verschoben

Die Ärztekammer Oberösterreich wird die Zustimmung zur mit dem Land ausgehandelten Einigung über neue Arbeitszeit- und Gehaltsmodelle in den Krankenhäusern vorerst verschieben. Grund dafür sei Kritik aus den Reihen der Betroffenen, so Präsident Peter Niedermoser am Donnerstag. Die Mediziner fühlten sich demnach "verraten und verkauft".

Die Zustimmung zu dem Paket wäre für die Sitzung der Spitalsärztekurie am Donenrstagabend geplant gewesen. Seit der Bekanntgabe des Verhandlungsergebnisses bei einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag regte sich aber unter den Medizinern der Krankenhäuser Widerstand, der in der Forderung nach einer Urabstimmung gipfelte. Man fühle sich "verraten und verkauft", so Niedermoser.

"Kommunikationsdesaster" schuld an Unklarheiten
Für Niedermoser ist das ein Resultat eines "Kommunikationsdesasters". Denn es seien bei der Pressekonferenz bislang nur ungefähre Zahlen veröffentlicht worden. Mit diesen hätten die Ärzte jeder für sich zu rechnen begonnen. Aber es habe danach noch Detailgespräche gegeben, wie denn die Einigung in den einzelnen Häusern umgesetzt werden solle. Inzwischen könne man sie konkret darstellen und jeder eruieren, wie viel Geld ihm die neue Regelung wirklich bringe.

Beruhigung durch umfassende Information
Darüber sollen die Mitglieder der Kurie und überhaupt alle betroffenen Mediziner informiert werden, kündigte ihr oberster Vertreter an. So lange werde die Entscheidung über eine Zustimmung verschoben. Auf die Frage, wie lange das dauern werde, meinte Niedermoser, er wolle dies nicht über das Knie brechen. Er geht aber davon aus, dass durch eine umfassende Information Beruhigung eintrete und dann auch eine Urabstimmung nicht mehr notwendig sein werde.

Das Büro von Landeshauptmann Josef Pühringer, der mit den Ärztevertretern verhandelt hatte, teilte mit, die Verschiebung der Zustimmung sei kein Problem. Der Landeshauptmann trete für eine gründliche Information der Betroffenen ein und dafür sollte man sich die Zeit nehmen.

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