Fr, 24. November 2017

Trotz Personalmangel

27.01.2015 16:48

Überqualifiziert: Lehrerin darf nicht unterrichten

Topausgebildet, aber zum Nichtstun verdammt: Eine Lehrerin aus der Ukraine, die seit sieben Jahren in Österreich lebt und in ihrer Heimat bereits unterrichtet hat, ist laut Wiener Stadtschulrat nicht verwendbar, weil sie überqualifiziert ist. Trotz Lehrermangel und bester Ausbildung muss sie selbst auf die Schulbank.

"Ich wollte in Österreich nun meinem Beruf als Lehrerin nachgehen, jetzt muss ich drei Jahre die Pädagogische Akademie nachholen, weil mein Zweitfach nicht anerkannt wird", so Tanja Eisner zur "Krone". Das Ministerium für Wissenschaft stellte bereits vor vier Jahren fest, dass die Qualifikation - also das Studium - durchaus als akademischer Grad im Sinne des österreichischen Rechts gilt.

Im Zuge der Nostrifizierung des Studiums wurde festgestellt, dass die Deutsch- und Englischlehrerin sozusagen sogar zu viel studiert hat. "Mir fehlt absurderweise das sogenannte Nebenfach, weil ich in fünf Jahren in der Ukraine zwei Hauptfächer an der Pädagogischen Hochschule absolviert habe."

"Ausbildung entspricht leider nicht dem Gesetz"
Das ist aber in Österreich so gar nicht möglich, weil man bei uns nur ein Hauptfach und ein Nebenfach belegen kann. Also zum Beispiel Deutsch als erstes Fach und etwa Bildnerische Erziehung, Geschichte usw. als zweites Fach dazu.

"Derzeit könnte die Lehrerin, wenn wir eine freie Stelle haben, bei uns arbeiten, allerdings zu anderen Konditionen als ein fertig geprüfter Lehrer. Ihre Ausbildung entspricht leider nicht dem Gesetz", so Personalchef Reinhard Gruden, Stadtschulrat Wien.

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