Mi, 23. Mai 2018

Neue Ausrichtung

27.01.2015 06:00

Nächste "Charlie Hebdo"-Ausgabe wohl ohne Mohammed

Nach dem blutigen Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten Anfang Jänner will der neue redaktionelle Leiter des Blattes offenbar nicht mehr so viel Öl ins Feuer gießen, wie sein getöteter Vorgänger. Laurent Sourisseau meinte gegenüber dem Sender Europe 1, dass es in der nächsten Ausgabe wohl keine Mohammed-Karikaturen geben werde. Das Magazin soll sich auch sonst neu positionieren.

Sourisseau, der bereits seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Satirezeitschrift ist und regelmäßig unter dem Pseudonym "Riss" Karikaturen anfertigt, meinte in einem Interview mit dem Magazin "Figaro": "Wir müssen die Zeitung neu erfinden. Man muss diese Prüfung in etwas Kreatives umwandeln, das liegt nicht auf der Hand. In der Zeitung haben manche Mühe, damit umzugehen."

Mehrheit der Franzosen will Auszeit für Mohammed-Karikaturen
Die nächste Ausgabe des Magazins wird Sourisseau zufolge auch nicht turnusmäßig am 28. Jänner erscheinen, sondern erst "in den kommenden Wochen". Wie eine aktuelle Online-Umfrage der Zeitung "Le Parisien" zeigt, wünschen sich drei Viertel der Franzosen derzeit eine Auszeit für die provozierenden Mohammed-Karikaturen.

Aber nicht nur die Neuaufstellung des Magazins verzögert die Arbeit. Laut Sourisseau, der das Attentat mit einer Schusswunde überlebte, steht es um seine Redaktionskollegen derzeit psychisch und physisch nicht so gut. Er sprach von "nervöser, psychischer und sehr akuter Müdigkeit".

Islamischer Staat droht: "Paris war noch nicht alles"
Während die erste Ausgabe von "Charlie Hebdo" nach dem Attentat mit einer Karikatur des Propheten aufmachte und aufgrund einer Rekordnachfrage in Frankreich und weltweit immer wieder nachgedruckt werden muss, hat am Montag die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat mit weiteren Anschlägen in Europa gedroht. Die "christlichen Bastionen" würden fortan in einem Zustand "des Terrors, der Angst und der Unsicherheit leben". Paris sei "noch nicht alles" gewesen, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Audiobotschaft.

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