Sa, 26. Mai 2018

Anti-Terror-Aktion

24.01.2015 14:23

Spanien: Drogenring finanzierte Dschihadisten

Rund zwei Wochen nach den islamistischen Anschlägen von Paris ist den Behörden in Spanien ein Coup gegen den Dschihadismus gelungen: Vier mutmaßliche Terroristen wurden am Samstagmorgen bei einer Anti-Terror-Aktion in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta festgenommen. Finanziert wurde die Gruppe laut den Behörden durch einen Drogenring, der von den Ermittlern zerschlagen werden konnte.

Bei den vier festgenommenen mutmaßlichen Dschihadisten handle es sich um zwei "stark radikalisierte" Brüderpaare, die bereit gewesen seien, einen Terroranschlag zu verüben und dabei auch ums Leben zu kommen, sagte Innenminister Jorge Fernandez Diaz. Die Festgenommenen - Spanier mit marokkanischen Wurzeln - seien alle "psychisch, körperlich sowie im Umgang mit Waffen sehr gut ausgebildet".

Große Übereinstimmungen mit "Charlie-Hebdo"-Tätern
Es gebe nach den Erkenntnissen der Polizei jedenfalls große Übereinstimmungen der in Ceuta ausgehobenen Zelle mit den Terroristen, die Anfang des Monats den Anschlag auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" verübt und zwölf Menschen getötet hatten, so der Minister.

Nur wenige Stunden vor der Festnahme der mutmaßlichen Terroristen in Ceutas Problemviertel Barrio del Principe hatten die Behörden in Spanien und Marokko die gemeinsame Zerschlagung eines Haschisch-Händlerrings bekannt gegeben, der den Erkenntnissen zufolge dschihadistische Gruppen finanzierte. Die Organisation habe tonnenweise Haschisch in ganz Europa vertrieben und jeden Monat Umsätze von mehreren Millionen Euro erzielt.

Bei der Operation in Ceuta und mehreren Städten Spaniens, der laut dem Innenministerium in Madrid zweijährige Ermittlungen vorausgegangen waren, seien insgesamt 55 Menschen festgenommen sowie elf Tonnen Haschisch, Waffen und Bargeld im Wert von umgerechnet zwei Millionen Euro beschlagnahmt worden.

Exklave als Rekrutierungszentrum für Terroristen
Spanien verfügt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. Die "Ciudad autonoma" (autonome Stadt) Ceuta liegt nur gut 20 Kilometer von der iberischen Halbinsel entfernt und hat rund 85.000 Einwohner. Etwa die Hälfte sind Muslime. In Ceuta wurden in jüngerer Vergangenheit vor allem Anwerber von Terrorgruppen dingfest gemacht.

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