Sa, 24. Februar 2018

Aufruf an Familien

24.01.2015 09:04

Papst: "Legt das iPhone weg und redet wieder!"

Papst Franziskus scheut sich nicht, mit deutlichen Worten auszudrücken, was er zu sagen hat. So hat sich das Oberhaupt der katholischen Kirche nun nach dem "Faustschlag"- und dem "Karnickel"-Sager gegen die übermäßige Nutzung moderner Kommunikationsmittel wie iPhone oder Twitter ausgesprochen. Man möge diese Dinge beiseitelassen und wieder lernen, miteinander zu reden, so der Papst.

In seiner jährlichen Botschaft anlässlich des Weltkommunikationstages der Kirche, die am Freitag veröffentlicht wurde, sagte der Papst, die modernen Medien könnten Familienkommunikation unterstützen oder auch verhindern – abhängig davon, ob sie weit entfernt voneinander lebende Familienmitglieder miteinander verbinden oder ob sie dazu beitragen, dass man sich aus dem Weg gehe.

"Die große Herausforderung, vor der wir heute stehen, ist, dass wir wieder lernen müssen, miteinander zu reden", so der Papst laut "Telegraph", "nicht einfach nur Informationen zu generieren und zu konsumieren." Kinder würden Kommunikation in der Familie lernen und dort herausfinden, wie man mit Menschen verschiedenen Alters und mit verschiedenen Erfahrungen rede, also sei die Familie das große Vorbild, aus dem alle Kommunikation hervorgehe. "Die perfekte Familie gibt es nicht", so der Papst, "aber wir sollten uns nicht vor der Unvollkommenheit, der Schwäche oder dem Konflikt fürchten, sondern lieber lernen, wie man damit konstruktiv umgeht."

Großes Treffen zum Thema Familie im Herbst
Diese Botschaft und jene, dass Glaube nicht bedeute, dass man sich "wie Karnickel vermehren" müsse, sind die ersten aufsehenerregenden von vermutlich noch einigen, die folgen werden, da diesen Herbst eine Familiensynode stattfindet. Bei diesem großen Treffen soll erörtert werden, wie die Kirche mit den Familienthemen der heutigen Zeit – wie Scheidung, Vereinigungen abgesehen von der Ehe, homosexuelle Kinder oder Sexualität im allgemeinen – am besten umgegangen werden soll.

Ehenichtigkeitsverfahren sollten kostenlos sein
Zu einem weiteren Familienthema hat er Papst am Freitag ebenfalls Stellung genommen: Er betonte vor den vatikanischen Richtern der römischen Rota, dem höchsten Zivil und Strafgerichtshof der Kirche, dass Ehenichtigkeitsverfahren kostenlos sein sollten. "Eine große Anzahl der Fälle, die von der römischen Rota übernommen werden, sind kostenfrei, für diejenigen, die sich in einer schlechten wirtschaftlichen Lage befinden. Und das ist ein Punkt, den ich betonen will: Auch die Sakramente sind gratis. Die Sakramente geben uns die Gnade. Und der Ehe-Prozess ist verbunden mit dem Sakrament der Ehe. Wie sehr würde ich es mir wünschen, dass alle Prozesse kostenfrei wären", betonte der Heilige Vater.

"Die Rettung für Menschen, die sich an die Kirche wenden, darf nicht an juristischen Hindernissen scheitern", meinte der Papst. Er motivierte die vatikanischen Richter auch, über den "menschlichen und kulturellen Kontext, in welchem sich die Eheabsicht bildete", nachzudenken. Der Verzicht auf Glauben oder auf eine "Perspektive des Glaubens habe unweigerlich ein falsches Verständnis von Ehe zu Folge". Die römische Rota übt für den Papst die ordentliche Gerichtsbarkeit aus, ein Großteil davon sind aber vor allem Ehenichtigkeitsverfahren.

Ehenichtigkeitsverfahren können derzeit in einigen Teilen der Weltkirche mitunter einige Jahre dauern. Bisher müssen für eine Ehenichtigkeitserklärung zwei gerichtliche Instanzen übereinstimmend zu dem Ergebnis kommen, dass eine Ehe im katholischen Sinne nie bestanden hat. Im Fall eines abweichenden Richterspruchs wird der Fall an die Römische Rota, überwiesen. In manchen Ländern werden die Verfahren zusätzlich durch eine Überlastung der Kirchengerichte oder das Fehlen von Kirchenrichtern in die Länge gezogen.

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