Mi, 23. Mai 2018

"Solar Impulse 2"

25.01.2015 08:00

Ökoflugzeug startet im Frühjahr zu Weltumrundung

Das Schweizer Solarflugzeug "Solar Impulse 2" wird Ende Februar oder Anfang März von Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) aus zu einer Weltumrundung starten und dabei über vier Kontinente und zwei Ozeane fliegen. Während der fünf Monate dauernden Reise wird der Ökoflieger insgesamt ein Dutzend Mal zwischenlanden.

Das aus Carbonfaser gefertigte Flugzeug wiegt nur rund 2,3 Tonnen und hat ein Flügelspannweite von 72 Metern (das ist mehr als eine Boeing 747, Anm.). Der Strom für die vier, jeweils 17,5 PS leistenden Elektromotoren, die die Propeller antreiben, kommt aus über 17.200 Solarzellen, die an der Oberfläche der Tragflächen angebracht sind. Sie laden bei Tag auch die rund 630 Kilogramm schweren Lithiumbatterien auf, was es "Solar Impulse 2" möglich macht, auch in der Nacht zu fliegen. Um die volle Sonnenenergie zu nutzen, steigt das Flugzeug auf 8.500 Meter, nach Sonnenuntergang sinkt es auf 1.500 Meter.

Abenteuer soll fünf Monate dauern
Nach dem Start in Abu Dhabi soll die Route ostwärts über China, die Vereinigten Staaten und Südeuropa wieder zurück in den Mittleren Osten führen. Rund 25 Flugtage sind für die erste Weltumrundung ohne einen Tropfen Treibstoff vorgesehen, insgesamt soll das Abenteuer rund fünf Monate dauern. Läuft alles wie geplant, dann wird der filigrane Solarflieger Ende Juli oder Anfang August wieder in Abu Dhabi eintreffen.

Nicht weniger als etwa 35.000 Kilometer werden die beiden Piloten und "Solar Impulse"-Gründer Bertrand Piccard und Andre Borschberg dann mit dem Flieger, der mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 100 Stundenkilometern unterwegs sein wird, zurückgelegt haben. Etwa ein Dutzend Zwischenlandungen sind geplant, so u.a. in Maskat (Oman), in Ahmedabad und Varanasi (Indien), in Mandalay (Myanmar), in den chinesischen Millionenstädten Chongqing und Nanjing sowie auf Hawaii.

Während des Überflugs der USA wird die "Solar Impulse 2" voraussichtlich dreimal landen, u.a. am John F. Kennedy International Airport in New York sowie an einem Ort im Mittleren Westen - wo genau, hänge von den Wetterbedingungen ab. Nach dem Flug über den Atlantik ist dann noch eine letzte Zwischenlandung im Süden Europas oder in Nordafrika eingeplant.

Höchstens fünf Tage am Stück in der Luft
Um die Weltumrundung zu schaffen, müssen Piccard und Borschberg (sie wechseln sich auf den Teilstücken als Piloten ab) auf dem Weg von China nach Hawaii fünf Tage und Nächte durchfliegen. Eine ziemliche Herausforderung, denn das nur knapp vier Quadratmeter große Cockpit (kleines Bild) verfügt weder über eine Heizung noch eine Klimaanlage.

Mit dem rund 150 Millionen Franken (umgerechnet 152 Mio. Euro) teueren Projekt will das Duo laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP zeigen, "dass mit sauberen Technologien und erneuerbarer Energie Dinge erreicht werden können, die als unmöglich erachtet werden".

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