Di, 21. November 2017

Zwei-Klassen-System

22.01.2015 13:41

Blackberry-Chef fordert Apps für alle Plattformen

Der in Bedrängnis geratene Smartphone-Pionier Blackberry will App-Entwickler per Gesetz dazu zwingen, auch Betriebssysteme mit kleinen Marktanteilen zu unterstützen. Nutzer von Blackberry-Geräten würden aktuell diskriminiert, erklärte Konzernchef John Chen in einem Blogeintrag. Viele Apps seien aktuell nur für Apples iPhones und Googles Android-Geräte verfügbar. Das habe ein Zwei-Klassen-System geschaffen.

Bei den gesetzlichen Regelungen zur sogenannten Netzneutralität müsse App-Anbietern deshalb "verboten werden, auf Basis des Betriebssystems des Nutzers zu diskriminieren", forderte Chen. Viele vor allem kleinere App-Entwickler scheuen die Mühe, Plattformen mit geringen Marktanteilen zu bedienen. Der Smartphone-Markt wird aktuell von Googles Android und Apples iOS beherrscht.

Der Blackberry-Chef spricht ein akutes Problem seiner Firma an: Das schmale App-Angebot gilt schon lange als große Schwäche kleinerer Smartphone-Plattformen. Es ist eine Art Teufelskreislauf: Kunden bleiben deswegen fern, und die niedrigen Nutzerzahlen schrecken die App-Entwickler ab. Um das dürftige App-Angebot aufzubessern, lässt Blackberry bereits Android-Apps aus dem Download-Store von Amazon installieren.

Google und Apple dominieren App-Markt
Die Google-Plattform führt im Smartphone-Geschäft mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent. Apples iOS hat zwar einen geringeren Marktanteil von etwa 15 Prozent, ist aber lukrativ für Entwickler: Zum einen gelten iPhone-Nutzer als spendierfreudiger, zum anderen läuft auf den meisten Geräten die neueste iOS-Version und es gibt keinen Hardware-Wildwuchs, weil Apple der einzige Anbieter ist.

Auch Microsofts Windows Phone leidet mit seinem Marktanteil bei gut drei Prozent unter einer App-Flaute. Das könnte sich bessern, wenn mit dem nächsten Betriebssystem Windows 10 die gleichen Anwendungen über PC, Tablet und Smartphone aus einem einheitlichen App-Store verfügbar sein sollen.

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