Sa, 21. Oktober 2017

Film soll aufrütteln

21.01.2015 10:20

Der VGT über „Das eiskalte Geschäft mit der Milch“

Im Vorjahr dokumentierte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) mit versteckten Kameras, Infrarot- und GPS-Geräten die Situation während Tiertransporten und sorgte damit für Aufregung unter Tierfreunden. Nun greift der Dokumentarfilm "Das eiskalte Geschäft mit der Milch" die Idee auf, dass jeder Konsument dabei helfen kann, die Anzahl der Tiertransporte in Zukunft zu reduzieren - indem er weniger Milchprodukte kauft.

Glaubt man den Rechercheergebnisse des VGT, sind die Zustände in Österreich bei Tiertransporten immer noch schockierend: Zu lange Fahrtzeiten, nicht eingehaltene Ruhepausen sowie Gewalt bei der Be- und Entladung der Tiere scheinen keine Ausnahme zu sein. Im Speziellen wurde der Transport österreichischer Kälber in den Süden verfolgt, die entsprechenden Gesetzesübertretungen wurden vom VGT angezeigt.

Kälber stammen großteils aus Milchindustrie
Warum finden solche Tiertransporte eigentlich statt? Mit dieser Frage beschäftigt sich der fünfeinhalbminütige Dokumentarfilm des VGT, "Das eiskalte Geschäft mit der Milch". "Allein aus Österreich werden pro Jahr 80.000 Kälber zur Mast nach Südeuropa transportiert. Dabei handelt es sich zum großen Teil um männliche Kälber aus der Milchindustrie. Diese sind für die österreichischen Betriebe weniger gewinnbringend, da sie keine Milch geben und auch während der Mast nicht so viel Fleisch ansetzen wie Kälber einer reinen Fleischrasse", so der Verein in einer Aussendung.

Filmaufnahmen für Tierfreunde kaum zu ertragen
Die Aufnahmen zeigen, wie lange die Kälber in den Tiertransportern durchhalten müssen und wie brutal die Händler mit ihnen umgehen - für echte Tierfreunde ist der Anblick kaum zu ertragen. Der VGT möchte nun mit einer Petition die Politik zum Handeln zwingen: "Es kann nicht sein, dass viel zu junge Kälber, die noch nicht von der Muttermilch entwöhnt sind, über 90 Stunden transportiert werden. Da sie weder Wasser noch feste Nahrung vertragen, müssen sie während der gesamten Fahrt Hunger und Durst leiden", empört sich Tierschützerin Edith Sichtar.

Der VGT fordert:

  • Eine maximale Transportdauer von acht Stunden für alle Tierarten
  • Kein Transport von Säugetieren, die noch nicht von der Muttermilch entwöhnt sind
  • Mehr Platz und Stroh in Langstreckentransportern, um ein permanentes Stehen der Tiere zu vermeiden
  • Zurück zu Zweinutzungsrassen anstatt der Nutzung von Hochleistungsrassen
  • Gekühlte Fleisch- statt Lebendtiertransporte
  • Förderung von pflanzlicher Milch statt der Förderung von Kuhmilch, um somit die Transporte zu verringern

Den Link zur Petition finden Sie HIER.

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