Mo, 20. November 2017

WM-Krimi

19.01.2015 20:44

Österreichs Handballer nur Remis gegen Tunesien

In einem dramatischen Krimi hat das österreichische Nationalteam am Montag bei der Handball-WM in Katar gegen Tunesien ein 25:25-Remis erreicht. Im Vergleich zu den letzten Spielen war die Halle in Al Saad besser gefüllt, vor allem die tunesischen Fans brachten die Stimmung in der Ali Bin Hammad Al-Attiyah Arena regelrecht zum Kochen (siehe Video oben).

Die gewohnten leeren Sitze wurden diesmal durch Fanchöre und Gesänge aufgeheizt. Die 2.000 springenden und klatschenden Mitgereisten aus Tunesien hauchten der zweitgrößten Handball-Halle in Doha erstmals Leben ein. Schon während der tunesischen Hymne hallte es lautstark von den Rängen. Bei jedem Treffer des afrikanischen Teams wurde der Jubel der Fans noch lauter.

Guter Start
Österreichs Team ließ sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen. Wie schon in den ersten Spielen brachte Teamchef Patrekur Johannesson den 18-jährigen Jungstar Nikola Bilyk von Beginn an. Raul Santos erzielte den ersten Treffer für das österreichische Team zum 1:1. Nach etwa zwölf Minuten sorgte Robert Weber für den 6:3-Vorsprung der Österreicher. Der Magdeburg-Legionär bot mit sechs Treffern in der ersten Hälfte (neun insgesamt) eine extrem starke Leistung.

Mit Rückstand in die Pause
Trotz gutem Start wirkte das österreichische Team nach etwa 20 Minuten etwas verunsichert. Tunesien holte weiter auf, schaffte den Ausgleich und ging kurzzeitig mit 11:10 in Führung. Lucas Mayer hatte aber nach einer längeren Torflaute die richtige Antwort parat und stellte auf 11:11. Die ausgeglichene Phase hielt nicht lange an, kurz vor der Pause zogen die Tunesier abermals davon, erstmals mit einem Drei-Tore-Vorsprung (15:12). Santos konnte auf 14:15 verkürzen, mit diesem Halbzeitstand ging es in die Kabine.

Auch in der zweiten Hälfte begann Österreichs Auswahl nervös. Weber, der zuvor traf, wie am Fließband, scheiterte mehrmals an Hamza Majed, dem Torwart der Tunesier. Santos stellte mit zwei Toren den 16:16-Ausgleich her. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch beider Teams. Nach 41 Minuten konnte auch Weber seine Unsicherheit vor dem Tor ablegen und traf zur 20:19-Führung für Österreich. Danach nahm Tunesien wieder Fahrt auf.

Hochspannung bis zum Schluss
Die letzten Minuten waren von Hektik geprägt. Österreich gelang es nicht, sich abzusetzen. Nach einem Stürmerfoul Szilagyis konnte Tunesien wieder ausgleichen. Weber traf im nächsten Angriff nur die Stange und vergab so Möglichkeit auf den Sieg. Im Gegenzug hatte Tunesien die letzte Chance auf den Siegestreffer, ließ sie aber ebenfalls ungenutzt.

"Mache der Mannschaft keinen Vorwurf"
"Wir müssen mit dem Punkt leben, wir haben Fehler gemacht, dann wieder gut gespielt, aber ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf, sie hat alles gegeben. Das Spiel gegen Iran ist jetzt wichtig", sagte Trainer Patrekur Johannesson nach der Partie.

"Ich hätte den letzten reinmachen müssen", ärgerte sich Robert Weber: "Wir wollten auf Sieg spielen, aber Punkt ist Punkt. Mit einem Sieg gegen Iran stehen wir im Achtelfinale."

Auch Kapitän Viktor Szilagyi war ein bisschen verärgert: "Es hat am Ende ein paar unglückliche Situationen gegeben, wir waren verunsichert über die Spielweise der tunesischen Mannschaft."

"Auswärtsspiel für uns"
Torwart Thomas Bauer zeigte sich über die Stimmung in der Halle erfreut: "Der Punkt geht für beide Mannschaften in Ordnung. Es war wie ein Auswärtsspiel für uns, aber die Pfiffe der gegnerischen Fans haben uns nicht rausgebracht. Endlich war mal was los in der Halle."

Österreich hat damit drei Zähler am Konto, für Tunesien war es der erste Punkt. In den weiteren Spielen der Gruppe B feierte Kroatien einen 41:22-Kantersieg gegen Iran. Mazedonien besiegte Bosnien mit 25:22. Am Mittwoch (15 Uhr) trifft Österreich auf Iran. Für den Einzug ins Achtelfinale ist ein Sieg gegen den Außenseiter Pflicht.

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