So, 27. Mai 2018

6 Morde begangen

19.01.2015 16:47

Russischer Mafia-Killer in Wien geschnappt

Zielfahndern des Bundeskriminalamts ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen: Am Wiener Hauptbahnhof konnte ein mutmaßlicher Sechsfachmörder aus Russland verhaftet werden. Nach dem 44 Jahre alten Aslan G. wurde von Interpol Moskau mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Aslan G. und sein Killerkommando fackelten nie lange herum: Was den Russen im Weg oder nicht zu Gesicht stand, wurde einfach aus dem Weg geräumt. Hingerichtet. Die Gewaltbereitschaft der Gruppierung explodierte jedoch erst, als Aslan G. den "Job" als Anführer von seinem älteren Bruder Oleg G. übernahm, nachdem dieser zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.

Anfangs gaben sich die Mafia-Mitglieder als Polizisten aus, stoppten Fahrer von teuren Autos auf Nebenstraßen und raubten sie aus. Aslan G. jedoch wurde das bald "langweilig" - er wollte den Schwarzmarkt kontrollieren, Herr über die illegale Schnapsproduktion von ganz Russland werden.

Der Weg dorthin sollte mit Blut getränkt sein. Insgesamt soll die Bande seit 2004 mehr als 40 Auftragsmorde verübt haben. Aslan G. selbst soll sechs Menschen hingerichtet, drei schwer verletzt haben. Am 26. November 2008 erschoss er den Bürgermeister von Wladikawkas, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien. Es folgten hochrangige Regierungs- und Sicherheitsbeamte.

Kriminelle Vereinigung 2013 zerschlagen
Im Oktober 2013 brachen in der Region Proteste aus - die verängstigte Bevölkerung forderte Polizeischutz aus Moskau. Mit einem Mal wurden die kriminelle Vereinigung zerschlagen, ein Arsenal an Waffen beschlagnahmt, Polizeiuniformen sichergestellt. Dem Mafia-Boss gelang 2013 die Flucht, im Dezember 2014 war klar, dass der 44-Jährige in Wien untergetaucht ist. Die Ermittlungen liefen daraufhin auf Hochtouren an.

Verdächtiger war "völlig überrascht"
Am Samstagabend konnten die Zielfahnder dann mit Unterstützung der Cobra den Verdächtigen am Wiener Hauptbahnhof festnehmen. "Der 44-Jährige war völlig überrascht und leistete bei der Festnahme keinen Widerstand", hieß es aus dem Bundeskriminalamt.

Obwohl der Russe einen gefälschten bulgarischen Reisepass bei sich hatte, gab er seine wahre Identität sofort zu. Aslan G. wurde daraufhin in die Justizanstalt Josefstadt gebracht - demnächst soll er ausgeliefert werden.

"Kein Täter kann sich in Österreich sicher fühlen"
"Einmal mehr zeigt sich, dass sich kein Täter in Österreich sicher fühlen kann. Die internationale Zusammenarbeit auf polizeilicher Ebene funktioniert ausgezeichnet", so Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.

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