Di, 20. Februar 2018

"Kluft wird tiefer"

19.01.2015 11:58

Ein Prozent verfügt über Hälfte des Wohlstandes

Vom kommenden Jahr an wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte des weltweiten Wohlstands besitzen. "Die Kluft zwischen den Reichsten und dem Rest wird schnell tiefer", teilte die britische Wohlfahrtsorganisation Oxfam am Montag, zwei Tage vor Eröffnung des alljährlichen Weltwirtschaftsforums in der Schweiz, mit.

Demnach hatten im Jahr 2009 44 Prozent des Wohlstands einem Prozent der Weltbevölkerung gehört, vergangenes Jahr lag der Anteil schon bei 48 Prozent. 2016 werde er laut dem Oxfam-Bericht schließlich auf mehr als 50 Prozent anwachsen. In der Gruppe der Reichsten habe dabei jeder Erwachsene ein Vermögen von 2,3 Millionen Euro.

80 Prozent der Menschen mit 5,5 Prozent des Reichtums
Bei den Reichsten hört das steile Gefälle jedoch nicht auf: Fast das gesamte Resteigentum - etwa 46 der insgesamt 52 Prozent - liegt laut Oxfam derzeit in den Händen von nur 20 Prozent der Weltbevölkerung. Den verbliebenen Reichtum von rund 5,5 Prozent würden sich die übrigen 80 Prozent der Menschheit teilen. "Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist einfach erschütternd", erklärte Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima.

Um eine weitere Zunahme der Ungleichheit zu stoppen, fordert Oxfam von den Staaten mehrere Maßnahmen: Die Bekämpfung von Steuervermeidung und Steuerflucht, die Besteuerung von Kapital anstelle von Arbeit, die Einführung von Mindestlöhnen sowie die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen. Die Regierungen müssten sich gegen Interessengruppen durchsetzen, "die einer faireren und gedeihlicheren Welt im Wege stehen", forderte Byanyima.

Thema auch beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos
Die wachsende Ungleichheit gehört auch zu den Themen des Weltwirtschaftsforums, das von Mittwoch bis Samstag in der Schweiz stattfindet. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang haben neben 300 weiteren Staats- und Regierungschefs sowie Managern von Wirtschaftsunternehmen und Vertretern der Zivilgesellschaft ihr Kommen in den Schweizer Bergort Davos angekündigt.

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