Mo, 19. Februar 2018

In Tansania

18.01.2015 16:45

Albino-Kind (4) verschleppt: Opfer von "Zauberer"?

Nach dem Verschwinden eines vierjährigen Albino-Mädchens in Tansania hat die Polizei eine Belohnung auf Hinweise ausgesetzt. Hinweise, die zum Fund der Kleinen - "tot oder lebendig" - führten, würden demnach mit umgerechnet 1.500 Euro belohnt. Es wird befürchtet, dass das Mädchen an einen "Zauberer" verkauft wurde.

Die kleine Pendo Emmanuelle Nundi war nach Angaben der Polizei in der nördlichen Region Mwanza Ende November aus dem Haus ihrer Familie entführt worden, seither fehlt von dem Kind offenbar jede Spur. 15 Verdächtige wurden im Fall Nundi bereits festgenommen, darunter der Vater und zwei Onkel des Mädchens.

Albino-Leichnam bringt 65.000 Euro
Selbst ernannte Zauberer in Tansania verwenden Körperteile von Albinos bei ihren Ritualen, immer wieder werden Menschen deshalb verschleppt und ermordet. Seit dem Jahr 2000 wurden in dem Land mindestens 74 Personen auf diese Weise umgebracht, darunter viele Kinder. Albinos, denen Farbpigmente in Haut, Haaren und Augen fehlen, gelten in mehreren Teilen Afrikas als Glücksbringer und Vorboten von Reichtum. Für Körperteile werden umgerechnet rund 500 Euro gezahlt, für einen ganzen Leichnam 65.000 Euro.

"Hexer" helfen im Wahlkampf
UN-Experten warnen vor einer Zunahme von solchen Angriffen im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Tansania im Oktober dieses Jahres. Wahlkämpfer setzen dort häufig auf die Unterstützung von "Hexern". Die tansanische Regierung hat diesen inzwischen ein Betätigungsverbot erteilt und eine Aufklärungskampagne gestartet, um den Angriffen auf Albinos ein Ende zu setzen.

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