Sa, 18. November 2017

Team Stronach

18.01.2015 14:12

Nachbaur: „Lasse interne Intrigen hinter mir“

Das Team Stronach hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Nicht nur die teils skurrilen Auftritte von Parteigründer Frank Stronach, sondern auch der interne Machtkampf nach der Abreise des "Teamchefs" nach Kanada sorgten für Schlagzeilen. In der ORF-"Pressestunde" am Sonntag erklärte Klubobfrau Kathrin Nachbaur im Gespräch mit "Krone"-Chefredakteur Georg Wailand und ORF-Journalistin Julia Ortner, sie wolle die "internen Intrigen" hinter sich lassen. Die Zukunft der Partei ist allerdings nach wie vor fraglich.

"In Österreich gibt es tatsächlich ein Qualitätsproblem in der Politik", betonte Nachbaur und räumte ein, dass auch in ihrer Partei "sicher nicht alle" den geforderten Kriterien entsprechen. Dass das Team Stronach aufgrund seines finanzstarken Gründers "alle möglichen Charaktere" anziehe, sei "kein Geheimnis". Sie räumte auch ein, dass Stronach selbst durch ungewöhnliche und "lustige" Ausdrücke aufgefallen sei.

Zum Hypo-U-Ausschuss, der vergangene Woche in einer Sondersitzung auf Schiene gebracht worden war, hielt Nachbaur fest: "Das Minderheitenrecht für Untersuchungsausschüsse sollte in einer Demokratie etwas ganz Selbstverständliches sein." Das Team Stronach sei jedoch gegen die Neuregelung gewesen, da die Minderheitenrechte im Ausschuss beschnitten wurden. Sie verwies etwa auf die neue Vorsitzführung durch die Nationalratspräsidentin.

U-Ausschuss "konstruktiv unterstützen"
Trotzdem werde das Team Stronach den Hypo-U-Ausschuss "konstruktiv unterstützen". Man habe "größtes Interesse" an der Aufklärung, betonte die Klubchefin. Im Zusammenhang mit der Hypo bezeichnete sie die Notverstaatlichung einmal mehr als "Hauptfehler, weil es war ja keine Not da". Nun gehe es jedoch darum, die politische Verantwortung zu klären.

Laut Angaben Nachbaurs hat die Partei bei ihrem Gründer Frank Stronach noch neun Millionen Euro Darlehen. Jedes Jahr werde eine Million Euro davon fällig. Der Milliardär entscheide dann darüber, ob dieses Geld an soziale Projekte fließt oder an die Partei. Sollte die Partei aufgrund der Wahlkampfkostenüberschreitung bis zu 1,1 Millionen Euro zahlen müssen, "würde ich mich ärgern", meinte Nachbaur. In diesem Fall werde man die Geldforderung rechtlich prüfen, kündigte die frühere Vizeparteiobfrau an.

Stronach unzufrieden mit "Performance" des Teams
Die internen Intrigen vergangenes Jahr wolle sie hinter sich lassen: "Ich bin ein konstruktiver Mensch", so Nachbaur, sie wolle sich für die Bürger einsetzen und "niemanden belästigen mit internen Diskussionen, die es in jeder Partei gibt". In die Stronach Group sei sie nach wie vor "involviert". Unzufrieden sei der Parteigründer aber mit der Performance seines Teams, zeigte sie angesichts der Umfragewerte hierfür Verständnis.

Zu klären sind beim Team Stronach noch die Nachfolge für Nachbaur als Vizeparteichefin und das Antreten bei Landtagswahlen. Bei beiden Themen verwies Nachbaur auf die Zuständigkeit von Parteiobmann Frank Stronach. Das geplante Antreten bei der steirischen Landtagswahl soll jedenfalls kein "letztes Aufflackern" der politischen Bewegung sein. Sie wünsche dem Austro-Kanadier dort jedenfalls "jeden Erfolg". Sie selbst will sich in Zukunft auf ihre Funktion als Wirtschaftssprecherin konzentrieren und so schlug sie etwa gleich vor, Basel III eine Zeit lang auszusetzen.

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