Sa, 24. Februar 2018

Neureuther gewinnt

17.01.2015 14:26

Österreicher im Wengen-Slalom nur Statisten

Österreichs Slalomläufer haben am Samstag mit dem Kampf um die Podiumsplätze nichts zu tun gehabt. Marcel Hirscher schied schon im ersten Durchgang aus, Reinfried Herbst wurde als bester ÖSV-Läufer mit 2,34 Sekunden Rückstand 13. Die neue Nummer eins im Slalom-Weltcup der heißt jetzt Felix Neureuther. Der Deutsche gewann bei dichtem Schneetreiben und löste ÖSV-Star Marcel Hirscher als Führenden ab.

Hirscher fädelte ein und verließ das Lauberhorn ohne Punkte. 0,20 Sekunden hinter Neureuther landete Adelboden-Sieger Stefano Gross aus Italien auf Platz zwei. Rang drei ging vor 13.500 Zuschauern an den Norweger Henrik Kristoffersen (+0,44 Sekunden).

Schlechtestes Wengen-Ergebnis der Geschichte
Für Österreichs Slalom-Herren setzte es das schlechteste Wengen-Ergebnis der Weltcup-Geschichte. Reinfried Herbst fuhr als bester ÖSV-Läufer auf Rang 13. Benjamin Raich folgte als 15., die Matt-Brüder Michael und Mario auf den Rängen 16 und 19. Für das Highlight aus rot-weiß-roter Sicht sorgte Michael Matt, der 21-Jährige legte im Finale sogar Laufbestzeit hin.

Hirscher "ohne Ärger und Zorn"
Für Hirscher endete der Traum von seinem ersten Wengen-Sieg bereits im ersten Durchgang. Der Salzburger fädelte ein und musste seinen ersten Ausfall in einer technischen Disziplin seit 18. März 2012 hinnehmen. Dennoch verließ der dreifache Gesamt-Weltcup-Sieger das Lauberhorn "ohne Ärger und Zorn".

Der 25-Jährige führt im Gesamt-Weltcup weiter 212 Punkte vor dem Norweger Kjetil Jansrud, der am Sonntag in der Wengen-Abfahrt (13 Uhr) zu den Topfavoriten zählt.

Unmengen an Neuschnee
Die Veranstalter in der Schweiz hatten jedoch bis zur Abfahrt jede Menge Arbeit vor sich. Seit Freitagabend fielen in Wengen knapp 50 Zentimeter Neuschnee. 500 Helfer standen bereit, um die längste Abfahrt des Weltcups (knapp 4,5 km) auf Vordermann zu bringen. Für Sonntag ist dann aber Sonnenschein prognostiziert worden.

Sehstörungen hinderten Neurether nicht am Siegen
Neureuthers elfter Weltcup-Sieg war besonders bemerkenswert. Denn der 30-Jährige verriet in Wengen, dass er seit seinem Autounfall Anfang 2014 teilweise unter einer Sehstörung im linken Auge leide. Und genau diese Sehstörung war vor dem ersten Durchgang eingetreten, dennoch legte Neureuther in diesem die fünftschnellste Zeit hin.

"Wenn diese Migräneattacken einsetzen, dann sehe ich auf dem linken Auge nur die Hälfte", berichtete Neureuther über die Folgen eines Schleudertraumas. Ein Physiotherapeut des deutschen Teams sorgte für Besserung und ebnete den Weg für Neureuthers Generalangriff im zweiten Durchgang.

"Dieser Lauf ist mir echt genial aufgegangen. Vielen Dank an das gesamte Team", meinte Neureuther nach seinem bereits zweiten Sieg im Wengen-Slalom nach 2013. Neureuther hat nun 44 Slalom-Punkte mehr als Hirscher auf dem Konto und kommt mit dem "Roten Trikot" des Leaders zum nächsten Slalom nach Kitzbühel (25. Jänner).

Gross: "Unglaublich"
Für Gross lief es in der Schweiz wie am Schnürchen. "Nach meinem Sieg in Adelboden sind mir heute wieder zwei super Läufe gelungen. Unglaublich, ich hoffe, dass ich jetzt auch in Kitzbühel und Schladming schnell bin", erklärte der Italiener.

Der drittplatzierte Kristoffersen verneigte sich angesichts der Machtdemonstration von Neureuther im zweiten Lauf. "Dieser zweite Durchgang von Felix war unglaublich. Da hatten wir alle zusammen keine Chance", betonte der 20-Jährige.

Nach dem Hirscher-Ausfall passierte das, was aus ÖSV-Sicht zu befürchten war. Die Österreicher schlitterten in ein Debakel, schöpften aber dennoch Hoffnung. Schließlich fuhr u.a. Herbst zu seinem bisher besten Ergebnis im WM-Winter. "Endlich habe ich auch im Rennen halbwegs gezeigt, was ich kann. Das war eine gute Ansage für die kommenden Wochen", meinte der Salzburger.

Erste Weltcup-Punkte für kleinen Matt
Michael Matt fuhr überhaupt zum ersten Mal zu Weltcup-Punkten. "Jetzt will ich dort weitermachen, wo ich heute aufgehört habe. So eine Laufbestzeit fühlt sich schon sehr gut an", sagte Matt junior, der mit Nummer 63 ins Rennen gegangen war. Dass er damit sein WM-Ticket gelöst haben könnte, wollte er nicht behaupten: "Das müssen die Trainer entscheiden."

Olympiasieger Mario Matt war zwar 0,18 Sekunden langsamer als sein um 14 Jahre jüngerer Bruder, sammelte aber nach fünf Ausfällen immerhin die ersten Weltcup-Zähler in diesem Winter. "Die Ausfälle waren bei mir ganz klar im Hinterkopf drinnen. Wichtig ist aber jetzt, dass ich eine Zielankunft auf dem Konto habe. Im nächsten Rennen werde ich wieder voll angreifen", versprach Matt.

Sonderlob gab es für seinen jüngeren Bruder: "Ich freu' mich riesig für ihn. Ich weiß schon seit zwei, drei Jahren, dass er sehr schnell sein kann. Er hat heute den Ski vor allem im Steilhang super lässig runtergedrückt."

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