Fr, 17. November 2017

Auf Strassers Spuren

16.01.2015 21:20

„Krone“-Lokalaugenschein im Gefängnis Simmering

"Ex-Innenminister nach nur 8 Wochen Haft auf Freigang" - diese Schlagzeile rund um Ernst Strasser hat Anfang dieser Woche einige Fragen aufgeworfen. Etwa: Ist der Strafvollzug zu weich? Gab es für Strasser einen "Promi"-Bonus? Für die "Krone" öffneten sich am Freitag die Tore zur Justizanstalt Wien-Simmering.

In den Gängen ist es still, sehr still. Alle ausgeflogen, niemand zu Hause. Erst am frühen Nachmittag betritt ein junger Mann den Trakt für den offenen Vollzug. Es ist nicht Ernst Strasser, der arbeitet heute noch.

Freigang, Ausgang – genau 94 der 532 Häftlinge aus der Justizanstalt Wien-Simmering gehen Tag für Tag ihrem Job nach. Sie arbeiten in ganz normalen Firmen für 1,88 Euro pro Stunde. Den Rest behält sich der Staat. 500.000 Euro waren es allein im Vorjahr.

Häftlinge auf Rückkehr in die Gesellschaft vorbereiten
Es sind verurteilte Diebe, Räuber, Betrüger oder bestechliche (Ex-)Politiker. Eines haben sie allerdings gemeinsam: Sie werden in absehbarer Zeit wieder in die Gesellschaft zurückkehren. "Und es ist unser gesetzlicher Auftrag, sie darauf vorzubereiten", so Anstaltsleiter Brigadier Josef Schmoll.

Bei der (Re-)Sozialisierung von Sträflingen gilt der Häfen Simmering als Vorzeigemodell. Hier gibt es Ausbildungsplätze, Sportmöglichkeiten und eine enge Zusammenarbeit mit dem AMS für die Zeit danach. Brigadier Schmoll: "Der Tag des Haftantritts ist auch jener Tag, an dem der Häftling auf seine Freilassung vorbereitet wird."

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