Fr, 23. Februar 2018

Streit um Lösegeld

16.01.2015 09:44

Italienerinnen nach Geiselhaft wieder zu Hause

Die zwei aus syrischer Geiselhaft freigelassenen italienischen Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation sind wieder zu Hause. Aus der Türkei kommend landeten die beiden jungen Frauen, Greta Ramelli und Vanessa Marzullo, in der Nacht auf Freitag auf einem Militärflughafen nahe Rom. In Italien ist unterdessen ein politischer Streit über eine mögliche Lösegeldzahlung für die beiden Frauen ausgebrochen.

Die Italienerinnen wurden von Außenminister Paolo Gentiloni am Flughafen begrüßt. Die 20 und 21 Jahre alten Nothelferinnen wurden rasch in das Flughafengebäude gebracht und zunächst medizinisch untersucht.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Ende Juli nahe Aleppo verschleppten Frauen wieder in Freiheit sind. Über die Umstände gab es zunächst keine Informationen. Die italienischen Behörden leiteten Ermittlungen zu der Entführung ein.

Nach der Entführung hatte sich die radikalislamische Al-Nusra-Front zu der Tat bekannt. Die Gruppe ist ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Im Dezember war ein offenbar mehrere Wochen zuvor aufgenommenes Video aufgetaucht, in dem die beiden Helferinnen in schwarzen Kleidern und mit Kopftüchern zu sehen waren. Eine von ihnen rief ihre Regierung auf, sie nach Hause zu holen.

Wirbel um Lösegeldzahlung
In Italien brach am Freitag ein politischer Streit über eine mögliche Lösegeldzahlung für die Frauen aus. Laut dem Fernsehsender von Dubai, Al Aan, wurden zwölf Millionen Dollar für die Freilassung der Helferinnen gezahlt. Das Außenministerium in Rom kommentierte die Gerüchte nicht.

Der Chef der rechtskonservativen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, will im italienischen Parlament eine Anfrage einreichen, um zu ergründen, ob Lösegeld gezahlt wurde. "Sollte Lösegeld gezahlt worden sein, muss man wissen, dass das zur Finanzierung der Kidnapper und des Terrorismus beitragen wird", kommentierte der Vizepräsident des Senats und Lega-Spitzenpolitiker Roberto Calderoli. Er kritisierte auch die beiden jungen Helferinnen: "Wer in seinem jugendlichen Enthusiasmus helfen will, kann es auch zu Hause tun, indem er den vielen hilfsbedürftigen Senioren und Kindern hilft."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden