So, 27. Mai 2018

Grazer Studie zeigt:

15.01.2015 16:29

Klimawandel kostet uns jährlich bis zu 8,8 Mrd. €

Im Auftrag des international renommierten Klimafonds haben Forscher der Universität Graz die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels für Österreichs Wirtschaft in zwölf wichtigen Bereichen errechnet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Demnach wird uns die Erderwärmung bis zum Jahr 2050 jährlich bis zu 8,8 Milliarden Euro kosten.

Das besagt die im Auftrag des Umweltministeriums und des Klima- und Energiefonds erstellte weltweit erste Studie in dieser Breite zu den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels "COIN - Cost of Inaction: Assessing the Costs of Climate Change for Austria". Kommen extreme Wetterereignisse hinzu - wie z.B. ein Jahrhunderthochwasser -, können diese bis Ende des Jahrhunderts sogar um weitere 41 Milliarden Euro allein im Gebäudesektor ansteigen.

"Das ist kein Horrorszenario"
"Der Klimawandel wird zunehmend im Geldbörsel spürbar", warnt der Chef des staatlichen Klima- und Energiefonds, Ingmar Höbarth. Es müsse bis zum Jahr 2050 mit bis zu knapp neun Milliarden Euro an jährlichen Kosten gerechnet werden - wenn die Lage nicht noch schlechter wird. "Das ist kein Horrorszenario, sondern eine sehr vorsichtige Prognose", so Höbarth. Aktuell liege die Schadenssumme bei einer Milliarde Euro im Jahr.

Die jetzigen Klimakapriolen seien nur ein Vorgeschmack auf das, was noch komme, warnt der Klimaforscher. Der November des Vorjahres sei der wärmste Novembermonat seit Temperaturaufzeichnungen gewesen, der Winter komme mittlerweile mit zwei Monaten Verspätung - mit fatalen Folgen. So stehen in Österreich mittlerweile 20.000 Schneekanonen.

Verheerende Prognosen für den Tourismus
Für Touristiker hat Höbarth eine mehr als alarmierenden Botschaft: Bis 2050 wird es aufgrund des Klimawandels jährlich eine Million Nächtigungen weniger geben. "Wintertourismus wird in vielen Lagen Österreichs kürzer oder gar nicht mehr in der bekannten Form stattfinden können", warnte auch sein Kollege Karl Steiniger am Donnerstag vor Journalisten.

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter verwies auf Nachfrage nach konkret geplanten zusätzlichen Maßnahmen auf die laufenden Gespräche mit den Bundesländern. Diesen wolle er nicht vorgreifen. Zuletzt war jedenfalls das Umweltbudget rückläufig. Lag es 2013 noch bei 658 Millionen Euro, sank es im Vorjahr auf 639 Millionen Euro.

Laut der UN-Ernährungsorganisation FAO ist die weltweite Viehwirtschaft für 14,5 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Der jährliche Methangas-Ausstoß entspreche dem energetischen Wert von etwa 144 Millionen Tonnen Öl - das sei genug, um ganz Südafrika in diesem Zeitraum mit Energie zu versorgen.

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