So, 19. November 2017

Stratege Karner:

14.01.2015 18:46

„Österreich braucht jetzt keine neuen Panzer“

"Investitionen in die Kontrolle des Cyberspace und in die Nachrichtendienste - das ist nötig", kritisiert Sicherheitsexperte Gerald Karner im Gespräch mit der "Krone" die aktuelle Planung des Innenministeriums. Polizeipanzer oder Hubschrauber seien "reaktive Assets", die Prävention müsse deutlich besser klappen.

Der frühere Bundesheer-Brigadier und Chef der Security-Beratung Aventus schüttelt den Kopf: "Was soll das bringen? Wenn die Innenministerin jetzt neue Panzer und Hubschrauber bestellt, sind diese Beschaffungen zwar bei der Jagd auf Terroristen hilfreich. Allerdings erst nach deren Anschlägen."

Der Militärexperte rät zu einer anderen Vorgangsweise: "Ich kann dieser Anlass-Beschaffung nichts abgewinnen. Dieses Bedrohungsszenario ist ja schon seit Jahren bekannt. Vielmehr müsste jetzt in Human Intelligence, in den Ausbau der nachrichtendienstlichen Aktivitäten, in die Zusammenarbeit mit befreundeten Geheimdiensten investiert werden. Wir müssen bestmöglich über Terrorpläne informiert sein."

"Frankreich hat viel mehr Hubschrauber..."
Und der Ex-Offizier setzt nach: "Kein Terroranschlag wird durch neue Hubschrauber verhindert. Frankreich hat übrigens wesentlich mehr Helikopter als Österreich..."

Sorgen bereitet Karner auch der Zustand des Bundesheeres: "Die Terror-Razzien in Österreich haben gezeigt: Auch wir können zum Ziel werden. Aber wäre das Heer dann in der Lage, mit 10.000 Mann gefährdete Objekte mindestens zwei Wochen lang zu schützen? Ich bezweifle das."

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