Do, 22. Februar 2018

"Krone"-Ombudsfrau

14.01.2015 12:17

Knapp 30.000 Euro Kosten für 92 Tage Pflege

Rund 9.000 Euro pro Monat muss Stefanie H. für die Unterbringung ihres mittlerweile verstorbenen Ehemanns in einem Pflegeheim bezahlen. Davon hat man ihr im Vorhinein nichts gesagt. Erst sieben Tage vor der Entlassung des Patienten hat der Fonds Soziales Wien die Familie über die tatsächlichen Kosten informiert!

Nach einem Sturz im Jahr 2013 lag der Mann von Frau H. mit einem Oberschenkelhalsbruch im Spital. Danach ging es ihm sehr schlecht. "Es stellte sich heraus, dass er auch einen Schlaganfall erlitten hatte, es kam noch ein Spitalskeim dazu", schildert die Wienerin. Um den Patienten nach dem langen Aufenthalt zu remobilisieren, wurde eine Kurzzeitpflege vorgeschlagen. Die Familie bekam die Auskunft, dass sich die Kosten auf 80 Prozent des Einkommens des Patienten belaufen würden.

Ende September wurde Herr H. in ein Wiener Geriatriezentrum verlegt. "Ich sollte mit allen Unterlagen beim Fonds Soziales Wien vorsprechen, damit die tatsächlichen Kosten ausgerechnet werden können", so Frau H., die dieser Aufforderung sofort nachkam. Erst drei Monate später, sieben Tage bevor ihr Mann aus dem Pflegeheim entlassen wurde, erhielt die Familie eine Auskunft: Die Pflegekosten erhöhen sich um 7.000 Euro im Monat. Weil Familie H. eine Liegenschaft besitzt.

"Um 9.000 Euro im Monat hätten wir auch daheim eine 24-Stunden-Pflege inklusive der notwendigen Therapien organisieren können. Ich kann mir von unserem Wochenendhaus, das wir uns schwer erarbeitet haben, kein Stück herausschneiden, um die offene Rechnung zu bezahlen", ist die Wienerin nun empört.

Auch die Ombudsfrau wartet seit drei Monaten auf die Aufklärung bezüglich der hoch anmutenden Kosten in diesem Fall. Die Recherchen seien sehr umfangreich, heißt es. Mag sein. Diese Nicht-Information ist für Patienten und deren Angehörige aber eine Zumutung!

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