Do, 22. Februar 2018

"Bangen um Existenz"

13.01.2015 08:50

Befristete Amazon-Verträge in der Kritik

Die deutsche Gewerkschaft Verdi hat den Umgang des US-Versandhändlers Amazon mit befristeten Beschäftigten am brandenburgischen Standort Brieselang kritisiert. Zu Jahresbeginn hätten dort lediglich 35 der 1.250 befristet Beschäftigten einen unbefristeten Vertrag bekommen. Amazon verwies am Dienstag im Gegenzug auf 6.000 neue Arbeitsplätze, die das Unternehmen nach eigenen Angaben im Vorjahr in der EU geschaffen hat.

Laut Verdi würden von den 1.250 befristeten Beschäftigten in Brieselang mehr als 900 nach dem Weihnachtsgeschäft seit dem Jahreswechsel nicht weiterbeschäftigt, Ende Jänner ende für etwa 120 weitere Arbeitnehmer das Beschäftigungsverhältnis. Etwa 165 Mitarbeiter erhielten demnach einen Sechs-Monats-Vertrag.

Der Gewerkschaft zufolge sind an dem Amazon-Standort lediglich etwa 285 Arbeitnehmer fest angestellt. "Die übergroße Mehrheit der Menschen bangt dort von Befristung zu Befristung um die weitere Existenz", erklärte die Gewerkschaft. Dabei gebe es dafür "keinerlei wirtschaftliche Notwendigkeit". In Brieselang würden mindestens 600 Beschäftigte gebraucht.

Die Gewerkschaft kündigte an, sich an die brandenburgische Landesregierung zu wenden. "Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen, das das Interesse seiner Beschäftigten nach einer gesicherten Existenz mit Füßen tritt, durch die Job-Center regelmäßig mit neuen Arbeitskräften versorgt wird", kritisierte Verdi.

Amazon: "6.000 neue Arbeitsplätze geschaffen"
Amazon verwies indes am Dienstag auf über 6.000 "unbefristete Vollzeitstellen", die der Versandhändler 2014 EU-weit geschaffen habe. Rund 1.200 der Stellen seien in Deutschland entstanden. Amazon beschäftige nun über 32.000 festangestellte Mitarbeiter in der EU, teilte das Unternehmen weiter mit.

Amazon wolle weiter investieren und auch 2015 "zahlreiche Positionen besetzen", sagte Amazon-Manager Xavier Garambois. Im vergangenen Jahr seien unter anderem Mitarbeiter für den Kundenservice und die Logistikzentren eingestellt worden, aber auch in den Software-Entwicklungszentren.

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