Fr, 25. Mai 2018

Für mehr Toleranz

12.01.2015 22:28

D: Rund 100.000 Menschen bei Anti-Pegida-Demos

Als Reaktion auf die Terroranschläge in Paris haben in vielen deutschen Städten Zehntausende Menschen für ein friedliches Zusammenleben der Religionen demonstriert. Der Protest richtete sich gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung. Die größten Kundgebungen gab es am Montag in Leipzig, München und Hannover. Bundesweit nahmen nach Schätzungen etwa 100.000 Menschen an den Kundgebungen teil.

In Dresden, wo die Pegida-Bewegung ihr Zentrum hat, folgten am Abend nach Polizeiangaben auf der Gegenseite 25.000 Anhänger einem von zahlreichen Politikern kritisierten Aufruf zu einem Trauermarsch. Es waren so viele wie nie zuvor. Bereits am Samstag hatten sich in Dresden 35.000 Menschen zu einer Kundgebung für Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit versammelt.

Trotz der Pegida-Ankündigung, im Gedenken an die Terroropfer von Paris mit Trauerflor aufzumarschieren, waren am Montagabend nur wenige Deutschlandfahnen mit schwarzen Bändern zu sehen. An anderen Orten fanden die Veranstaltungen der Pegida kaum Anklang. In Berlin versammelten sich nur einige hundert Anhänger.

Rangeleien in Leipzig
In Leipzig stellten sich am Montagabend rund 30.000 Menschen dem Aufmarsch des Pegida-Ablegers Legida entgegen. Dabei kam es vereinzelt zu Rangeleien. In München nahmen rund 20.000 Menschen an einer Demonstration unter dem Motto "München ist bunt" teil. Bei einer großen Gegendemonstration in Hannover zählten die Veranstalter 17.000 Teilnehmer.

In Saarbrücken versammelten sich 9.000 Menschen zur Protestdemonstration unter dem Motto "Bunt statt braun". Das gesamte saarländische Kabinett beteiligte sich an der Demonstration. Etwa 5.000 Menschen demonstrierten in Düsseldorf gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Während der Kundgebung der islamkritischen Dügida gingen an zahlreichen öffentlichen Gebäuden die Lichter aus.

"Freiheit und Toleranz"
In München machten sich Anti-Pegida-Demonstranten auf Transparenten für "Freiheit und Toleranz" stark. "Wir stehen hier, weil wir das Feld nicht denen überlassen wollen, die versuchen, unsere Gesellschaft zu spalten", rief Oberbürgermeister Dieter Reiter bei der Kundgebung.

In Berlin demonstrierten rund 4.000 Menschen gegen die Pegida-Bewegung. Sie zogen vom Bundeskanzleramt zum Brandenburger Tor. Auf Transparenten stand mit Bezug auf die Terroranschläge von Paris und die Pegida-Bewegung: "Wir sind Charlie. Wir sind nicht Pegida." Auf der anderen Seite des Berliner Wahrzeichens versammelten sich etwa 400 Anhänger des Berliner Pegida-Ablegers Bärgida. Nach Auskunft der Polizei blieb es friedlich.

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