Sa, 17. Februar 2018

Hamburg "ermittelt"

12.01.2015 16:59

Brandanschlag auf "Mopo": Verdächtige wieder frei

Einen Tag nach dem Brandanschlag auf die "Hamburger Morgenpost" rätseln die Ermittler in Deutschland weiter über die Hintergründe. Zwei kurz nach der Tat festgenommene Männer wurden wieder freigelassen. "Ein Tatverdacht konnte letztlich auch nach ersten kriminaltechnischen Untersuchungen nicht erhärtet werden", teilte eine Polizeisprecherin am Montag mit.

Die beiden 35 und 39 Jahre alten Männer waren am Sonntagmorgen vor der Polizei geflohen und anschließend in einer S-Bahn am Bahnhof Altona festgenommen worden. In den Vernehmungen durch Kriminalbeamte des Staatsschutzes bestritten sie, etwas mit der Brandstiftung zu tun zu haben. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung seien sie entlassen worden, hieß es.

Anschlag auf Boulevardzeitung
Unbekannte hatten am frühen Sonntagmorgen von einem Hinterhof aus mehrere Steine und mindestens einen Brandsatz in das Archiv der Boulevardzeitung geworfen. Akten gerieten in Brand, die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten der Flammen aber verhindern.

Die "Mopo" hatte nach dem Terroranschlag in Paris islamkritische Karikaturen des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" auf ihrer Titelseite mit der Schlagzeile nachgedruckt: "So viel Freiheit muss sein!" Daraufhin hatte sie nach eigenen Angaben Drohungen und Hass-Mails bekommen.

"Wir bleiben Mopo!"
Die Hamburger Polizei hatte am Sonntag nicht ausgeschlossen, dass der Anschlag auf die "Mopo" im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ereignisse in Frankreich steht. Am Montag titelte das Blatt schließlich: "Wir bleiben Mopo!"

Die kriminaltechnischen Untersuchungen dauerten am Montag noch an. DNA-Untersuchungen könnten noch einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. Die Ermittler baten mögliche Zeugen erneut um Hinweise. "Es gibt keine heiße Spur", sagte die Polizeisprecherin. Auch ein Bekennerschreiben sei nicht aufgetaucht.

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