So, 27. Mai 2018

AirAsia-Absturz

13.01.2015 06:31

Nach Flugschreiber auch Voice Recorder geborgen

Taucher der indonesischen Marine haben am Montag den Flugschreiber der abgestürzten AirAsia-Maschine und später auch den Voice Recorder, der die Gespräche aus dem Cockpit aufzeichnet, aus dem Meer geborgen. Der Airbus war am 28. Dezember mit 162 Menschen an Bord auf dem Weg von Indonesien nach Singapur in die Javasee vor Borneo gestürzt.

Der Flugschreiber (kleine Bilder), der technische Daten der Maschine registriert, war bereits am Montagmorgen geborgen worden. "In der Früh habe ich einen Bericht des nationalen Transportsicherheits-Komitees erhalten. Wir haben es geschafft, den Teil der Blackbox, den man als Flugdatenschreiber bezeichnet, zu heben", sagte der Chef der indonesischen Such- und Rettungsbehörde, Franziskus Bambang Soelistyo, auf einer Pressekonferenz.

Der Voice Recorder war wenig später geortet worden und konnte schließlich in der Nacht auf Dienstag vom Meeresgrund gehoben werden. Das Gerät wurde etwa 20 Meter von der Fundstelle des Datenschreibers entfernt geborgen, teilte das Transportministerium mit. Es war in etwa 30 Metern Tiefe unter einem Wrackteil eingeklemmt.

Beide Blackboxes in gutem Zustand
Das Gerät wurde mit dem Marineschiff "Banda Aceh" zum Hauptquartier der Suchmannschaften in der Stadt Pangkalan Bun gebracht. Nach Angaben von Behördenvertretern sind beide Blackboxes in gutem Zustand. Der Chef des nationalen Verkehrssicherheitskomitees, Tatang Kurniadi, äußerte sich zuversichtlich: "100 Prozent der Dinge, die wir brauchen, sind jetzt in unseren Händen."

Die Taucher mussten das Metallteil mit Hilfe von Luftkissen anheben, um die orangefarbene Box zu heben. Der Voice Recorder befinde sich nun an Bord eines Schiffs der Marine, berichtete der indonesische Fernsehsender MetroTV am Dienstag unter Berufung auf einen Vertreter des Verkehrsministeriums.

Daten sollen Hinweise auf Absturzursache bringen
Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder sollen in Jakarta ausgewertet werden. Die Ermittler erhoffen sich davon Hinweise auf die Unglücksursache. Kurz bevor der Airbus A320-200 am 28. Dezember vom Radar verschwand, hatte der Pilot um Erlaubnis für eine Kursänderung gebeten, um Gewitterwolken zu umfliegen. In der Nähe waren aber mindestens sechs weitere Maschinen unterwegs, die trotz Unwetters unversehrt an ihren Zielflughäfen ankamen.

Den Absturz der Maschine hat niemand überlebt. 48 Leichen wurden bisher geborgen, 29 von ihnen konnten bereits identifiziert werden. Starker Wind und hoher Seegang verzögern die Suche nach weiteren Opfern und Wrackteilen.

Rumpf des Flugzeugs entdeckt?
In der Nähe der Stelle, an welcher der Flugschreiber gefunden wurde, soll Berichten zufolge am Sonntag zudem ein großer Gegenstand im Wasser entdeckt worden, den Experten für den Rumpf des Fliegers halten. In diesem werden die meisten der ursprünglich 162 Insassen vermutet.

Die indonesischen Behörden wollten das allerdings nicht kommentieren. Der Chef der Einsatzkräfte, Bambang Sulistyo, sprach hingegen davon, die Bergungsaktion "herunterzufahren". "Wir wissen, dass die Familien Erwartungen haben. Ich weiß, wie sie sich fühlen, aber wir müssen auch im Auge behalten, inwieweit diese Bergungsaktion noch effektiv ist." Ob weiter nach dem Rumpf der Maschine gesucht wird, ist daher unklar.

Heck bereits geborgen
Am Samstag war bereits das Heckteil des Airbus A320 geborgen worden. Experten hoben es mit Seilen an, brachten Luftkissen darunter an und hievten das Wrackteil so aus dem Wasser.

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