Mo, 20. November 2017

Am Ballhausplatz

11.01.2015 17:46

12.000 Menschen gedachten in Wien der Terror-Opfer

Rund 12.000 Menschen haben am Sonntag im Rahmen der Gedenkveranstaltung "Gemeinsam gegen den Terror" der Opfer der Terror-Attacken in Paris gedacht. Die Kundgebung fand auf Initiative der Bundesregierung zusammen mit Vertretern aller Glaubensgemeinschaften am Wiener Ballhausplatz statt. Zahlreiche Besucher bekundeten ihre Solidarität mit "Je suis Charlie"-Bannern.

Auf Ansprachen wurde verzichtet. Dafür verlasen die Burgschauspieler Elisabeth Orth und Peter Matic eine gemeinsame Erklärung der Bundesregierung. "Die österreichische Bundesregierung verneigt sich in Trauer vor den Toten der Terrorakte in Frankreich", hieß es darin. "Unser Mitgefühl gilt allen Menschen in Frankreich, das in den vergangenen Tagen Schauplatz von verabscheuungswürdiger Gewalt war."

Schweigeminute zum Schluss
Auf der Bühne trugen weitere Ensemble-Mitglieder des Burgtheaters, darunter Dorothee Hartinger, Caroline Peters, Michael Heltau und Cornelius Obonya, Texte von Peter Handke, Arnold Schönberg, Ernst Jandl und anderen Autoren vor. Auch ein Auszug aus der Erklärung der 1789 in Frankreich verkündeten Menschen- und Bürgerrechte wurde vorgelesen. Die musikalische Untermalung steuerte der Chor der Wiener Staatsoper bei. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch eine Schweigeminute.

Polit-Prominenz zahlreich vertreten
Die Politik war mit zahlreichen Amtsträgern vertreten, allen voran Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner. Anwesend waren auch Mitglieder der Bundesregierung sowie der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer. Außerdem nahmen Vertreter aller Nationalratsparteien, mehrere Landeshauptleute, die Sozialpartner und Vertreter der Zivilgesellschaft teil.

Alle Glaubensgemeinschaften mit dabei
Ebenfalls anwesend waren die höchsten Vertreter sämtlicher Religionsgemeinschaften. Neben Kardinal Christoph Schönborn von der katholischen Kirche waren dies Bischof Michael Bünker von der evangelischen Kirche, Fuat Sanac, der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft, Oskar Deutsch, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Riza Sari von der Islamisch Alevitischen Glaubensgemeinschaft, ÖBR-Präsident Gerhard Weißgrab, Bischof Emanuel Aydin von der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Österreich und Vertreter der Freikirchen, der griechisch-orientalischen Kirche, der Mormonen und der koptisch-orthodoxen Kirche.

Polizei und WEGA sorgten für Sicherheit
Der französische Botschafter kam gemeinsam mit laut Polizei rund 3.000 Teilnehmern einer Mahnwache, die vor der französischen Botschaft abgehalten worden war, zu Fuß zum Ballhausplatz. Wie viele Beamte im Einsatz waren, wurde nicht bekannt gegeben. Es seien jedenfalls ausreichend Kräfte vor Ort gewesen, um die Sicherheit der Teilnehmer zu garantieren, so ein Polizeisprecher. Dazu gehörten auch Einheiten der Polizeihundestaffel, der WEGA und der Bereitschaftseinheit.

Die Veranstaltung verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. Fahnen und Spruchbänder mit politischen Botschaften waren bis auf wenige Ausnahmen nicht zu sehen. Stattdessen hielten zahlreiche Menschen Ausdrucke mit der Aufschrift "Je suis Charlie". Während der Gedenkveranstaltung wurden die Fahnen am Bundeskanzleramt, auf der Hofburg und am Parlament auf halbmast gesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden