Sa, 18. November 2017

Trainer-Interview

09.01.2015 15:55

ÖHB-Coach Johannesson: „Das Team hat Charakter“

Die zweite Qualifikation für ein Handball-Großereignis en suite hat in Österreichs Männer-Teamchef Patrekur Johannesson die Erfolgslust gesteigert. Bei der Endrunde in Katar will Rot-Weiß-Rot in Gruppe B mit Favorit Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Tunesien und dem Iran zumindest ins Achtelfinale einziehen. Eine Woche vor dem Start gab sich der Isländer im Interview optimistisch.

Was ist das Ziel bei der WM?
Patrekur Johannesson: Klares Ziel ist das Achtelfinale. Und wir wollen es besser machen als bei der EM. Das ist aber nur realistisch, wenn wir ans Limit gehen. Der Spirit ist da, das ist ein gutes Signal.

Am Montag wartet im letzten Test in Paris mit Europameister Frankreich ein Kandidat auf den WM-Titel. Was erwarten Sie sich von diesem Spiel?
Johannesson: Das ist etwas Besonderes, als Trainer habe ich noch nie gegen Frankreich gespielt. Ich wollte gegen einen starken Gegner spielen, da sieht man, wo man steht. Ich habe aber auch vor einer Niederlage keine Angst. Ich will einfach sehen, dass alle 60 Minuten lang am Limit sind.

Was haben Sie aus den beiden klaren Testsiegen gegen die Schweiz gelernt? Was spricht in Katar für Ihre Mannschaft?
Johannesson: Unsere Stärke in den letzten Jahren ist, dass wir nicht nur mit sieben Leuten spielen. Unsere Stärke sind die Gegenstöße mit diesen schnellen Leuten. Deshalb wollen wir auch schnellen Handball spielen. In den Tests hat es mich ein bisschen stolz gemacht, wie variabel wir in der Offensive waren. Wir haben auch gesehen, dass alle ihre Aufgaben machen. Auch wenn Vitas Ziura und Viktor Szilagyi einmal nicht so stark sind, können andere einspringen. Zwei Spiele zu gewinnen ist schon gut, aber es war nicht alles perfekt. Aber sie haben nicht aufgegeben, wenn es Schwierigkeiten gegeben hat. In dieser Mannschaft ist Charakter. Ganz wichtig ist aber, wie die Spieler morgen im Training reagieren. Ob sie den richtigen Biss haben. Das macht Topsportler aus.

Wie erleichtert sind Sie, dass Kapitän Szilagyi rechtzeitig fit geworden ist?
Johannesson: Wenn Messi bei Barcelona spielt, dann heißt das auch was. Szilagyi ist ein sehr intelligenter Klassespieler und eine Führungspersönlichkeit - auch außerhalb des Spielfeldes. Ich bin aber auch vorbereitet auf den Fall, dass er nicht spielen kann. Auch Ziura kann gut auf der Mitte spielen. Aber klar bin ich glücklich, dass Viktor gut drauf ist.

Österreich startet mit dem Spiel gegen Titelmitfavorit Kroatien ins Turnier. Eine günstige Auslosung?
Johannesson: Der Spielplan ist so, wie er ist. Aber ich werde in dieses Spiel gehen, um zu gewinnen. Ich bin so verrückt. Ich weiß, dass sie Favorit sind, und vielleicht ist es unrealistisch zu verlangen, zu gewinnen, aber alles andere hätte keinen Sinn. Vielleicht gewinnen die Kroaten von zehn Spielen neun. Aber wenn das eine kommt, müssen wir vorbereitet sein.

Ist Mazedonien, das zum Abschluss der Gruppenphase wartet, nach dem 21:22 bei der EM im vergangenen Jahr schon eine Art Angstgegner?
Johannesson: Nein, das ist noch kein Angstgegner. Wir haben ja auch schon gegen Mazedonien zuhause gewonnen." (Der 30:27-Sieg im WM-Quali-Play-off-Spiel fiel nach der 21:26-Niederlage im Auswärtshinspiel aber zu niedrig aus, Anm.)

Was sagen Sie zur Wildcard für Deutschland bzw. Nachrücker Island, die sich beide sportlich nicht qualifiziert haben?
Johannesson: Dem Turnier tut das natürlich gut. Deutschland und Island sind starke Teams. Aber es ist ein bisschen traurig, dass die Australier qualifiziert sind und dann nicht teilnehmen dürfen. Das ist schon ein bisschen peinlich.

Wer sind Ihre WM-Favoriten?
Johannesson: Das sind die üblichen Teams. Spanien, Frankreich, Kroatien, Dänemark. Und dann gibt es Mannschaften wie etwa Polen, die sind auch stark. Die Breite ist international viel größer geworden.

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