So, 18. Februar 2018

Nach Paris-Anschlag

09.01.2015 13:23

Kreml-Vordenkerin prangert Toleranz in Europa an

Die russische Historikerin Natalija Narotschnizkaja, Leiterin der Pariser Filiale des Kreml-nahen Instituts für Demokratie und Zusammenarbeit, hat im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" heftige Kritik am Westen und dessen "absurden Formen der Toleranz" geübt.

"Der Westen hat aufgehört ein Träger christlicher Werte zu sein, die ihm bei Migranten Achtung einbringen würden", sagte sie am Donnerstag im Staatssender Rossija 24. Angesichts "libertärer Dogmen", die ins Absurde übersteigert worden seien, sei der Westen unfähig, adäquate Antworten zu geben, sagte Narotschnizkaja in Bezug auf den Terroranschlag vom Vortag.

Kreml-Vordenkerin lehnt Mohammed-Karikaturen ab
Die ehemalige Duma-Abgeordnete, die in Russland als anti-westliche Vordenkerin gilt, verurteilte zwar die Gewalttat gegen die Satirezeitschrift. Gleichzeitig brachte sie auch ihre Ablehnung etwa von Mohammed-Karikaturen zum Ausdruck. Die Toleranz habe in Europa "absurde Formen" angenommen, klagte die Historikerin, und dies habe auch nicht mehr mit Meinungsfreiheit zu tun: "Das ist die Freiheit etwas zu beleidigen, das nicht nur für Extremisten, sondern für alle Muslime heilig ist."

Die westlichen Eliten seien von einer "postmodernen Philosophie" gefangen, der zufolge es nichts Heiliges geben dürfe und der Mensch sich selbst sein Wertesystem schaffen solle. Diese Eliten würden im Zusammenhang mit aktuellen Problemen über Defizite bei Demokratie und Integration von Migranten sprechen. Sie könnten jedoch nicht akzeptieren, dass es unterschiedliche religiöse Weltbilder gebe, in denen das Wort des religiösen Führers wichtiger als der Buchstabe des weltlichen Gesetzes sei, so Narotschnizkaja weiter.

Historikerin sieht atheistische "Vorreiterrolle" Frankreichs
Gleichzeitig sprach die Historikerin von einer französischen "Vorreiterrolle": Frankreich sei eines der am stärksten atheistischen Länder in Europa, erklärte sie: "Das gotteslästerliche Motiv der französischen Revolution ist mir jetzt erst in vollem Umfang klar geworden." Die russischen Bolschewiken seien mit ihren Bemühungen seinerzeit nicht so weit gekommen.

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