Di, 20. Februar 2018

Nach Anschlag

08.01.2015 14:04

#JeSuisCharlie: Solidaritätswelle erfasst das Netz

"#JeSuisCharlie" – "Ich bin Charlie". Mit diesen Worten haben sich Hunderttausende Internutzer, darunter zahlreiche Politiker und Prominente wie Schriftsteller Salman Rushdie, nach dem blutigen Anschlag auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" auf Facebook, Twitter und Co. mit den Opfern solidarisiert und die Attacke verurteilt. Während die einen trauern, nutzen Terror-Unterstützer die sozialen Netzwerke, um dschihadistische Propaganda zu streuen.

Seit dem Anschlag auf das Pariser Satire-Magazin vom Mittwoch, bei dem mindestens zwölf Menschen getötet wurden, hat eine Welle der Solidarität das Internet erfasst. Auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken bekunden Hunderttausende ihr Beileid.

Zwischenzeitlich bis zu 367.000 Tweets mit dem Hashtag #JeSuisCharlie verzeichnete die Website hashtag.org in der Nacht auf Donnerstag. Am Donnerstagnachmittag waren es der Analyse-Website zufolge immer noch über 126.000 Kurznachrichten, die in der Stunde mit der Solidaritätsbekundung durchs Netz jagten.

Andere luden Karikaturen hoch oder riefen zur Verteidigung der Pressefreiheit auf. Das spanische Satire-Magazin "Mongolia" veröffentlichte auf seiner Website ein Cartoon von "Charlie Hebdo". "Mongolia"-Chefredakteur Gonzalo Boye teilte auf seinem Twitter-Profil mehrere Karikaturen seiner französischen Kollegen. "Heute sind wir alle #CharlieHebdo und wir unterstützen die freie Meinungsäußerung", schrieb Boye.

Radikale feiern Attentäter als Helden
Der Anschlag auf das französische Satire-Magazin findet jedoch auch Beifall im Netz, insbesondere unter radikalen Muslimen, die die Attentäter auf Twitter als Helden feiern: "Möge Allah unsere französischen Brüder belohnen", schrieb ein Nutzer mit dem Namen "Abu Dujana".

Am Donnerstag machte zudem ein YouTube-Video die Runde, in dem Bilder von der Bluttat mit religiösen Sprechgesängen unterlegt sind. Das Video trägt den Titel "Oh, einsamer Wolf, zögere nicht" - was als Aufforderung an Nachahmungstäter zu verstehen ist. Neben dem Titel steht der Name der Terrormiliz Islamischer Staat.

"Erst der Beginn eines langen Krieges"
Der Anschlag von Paris sei erst der Anfang, war am Donnerstag auch immer wieder in sozialen Netzen zu lesen. "Oh Kreuzfahrer! Das ist erst der Beginn eines langen Krieges", twitterte ein offensichtlicher Unterstützer extremistischer Gruppen. Ein anderer schrieb: "Stoppt zuerst die Luftangriffe auf Muslime. Das Schlimmste kommt noch."

Terror-Unterstützer nutzten den Twitter-Hashtag #CharlieHebdo zudem, um dschihadistische Propaganda zu streuen. So wurden etwa Bilder von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi verbreitet.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden