Fr, 23. Februar 2018

"Krone"-Ombudsfrau

07.01.2015 12:35

Nach Skiunfall: Versicherung verweigert Zahlung

Seit Jahren muss ein Kärntner darum kämpfen, dass seine private Unfallversicherung die schweren gesundheitlichen Folgen eines Skiunfalles anerkennt. Diese seien nicht bewiesen, wird behauptet. Anders sieht das das Bundesverwaltungsgericht. Es hat einen Behinderungsgrad von 80 Prozent bescheinigt. Als Unfallfolge!

Vor dem Unfall 2008 war der Kärntner ein sportlicher Mensch -er lief Marathon in unter drei Stunden, ging Windsurfen und war begeisterter Skifahrer. Heute ist der Alltag für ihn eine Qual, und es wird immer schlimmer. Er leidet unter anderem an Tinnitus, Schwindel, Funktionseinschränkung der Finger und seit Kurzem einer Harnsperre samt dauerhaftem Katheter.

All das sind für die behandelnden Ärzte Folgen des Skiunfalles mit Gehirnerschütterung und Verletzung der Halswirbelsäule. Das will die private Unfallversicherung aber nicht anerkennen, weshalb wir schon einmal über diesen Fall berichtet haben. Die Gutachter bei Gericht widersprechen den Gutachtern und behandelnden Ärzten des Betroffenen. Es wurde gar behauptet, die Leiden seien angeboren!

Interessant ist, dass nun die Gutachter des Bundesverwaltungsgerichts zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen sind. Im Zuge der Feststellung des Behindertengrades von 80 Prozent haben diese geurteilt: "Der Zustand nach Verletzung der Halswirbelsäule mit Instabilität der Halswirbelsäule mit psychovegetativen Begleiterscheinungen ist die führende Gesundheitsschädigung!"

Also wieder einmal: verschiedene Gerichte, verschiedene Gutachter, gänzlich unterschiedliche Erkenntnisse. Angesichts der immer mehr werdenden Beschwerden über dieses Gutachter-Unwesen in Österreich fordert die Ombudsfrau, dass hier endlich jemand eingreift!

Der Kärntner kämpft sich derweil tapfer durch sein Berufsleben. "Jeder Tag ist eine Herausforderung. Nur mit absoluter Willensstärke und Härte gegen mich selbst kann ich meiner Arbeit nachgehen."

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