Fr, 25. Mai 2018

Sparen mit Prämie

17.01.2015 10:21

Wissenswertes rund ums Bausparen

Viele Österreicher weinen noch jenen Zeiten nach, als der gute alte Bausparvertrag mit vier Prozent staatlicher Förderung belohnt wurde. Aber auch heute, in Zeiten anhaltend niedriger Zinsen und mit halbierter staatlicher Prämie, ist Bausparen eine brauchbare Ansparvariante. Und das nicht nur, wenn man eine Bausparfinanzierung möchte.

Mehr als die Hälfte aller Österreicher hat einen Bausparvertrag bei einer der vier österreichischen Bausparkassen: ABV, Raiffeisen Bausparkasse, S-Bausparkasse und Wüstenrot. Die wie bei allen vergleichbaren Sparformen aktuell niedrige Verzinsung der eingezahlten Sparprämie wird durch eine staatliche Förderung aufgebessert. Diese liegt für das Jahr 2015 bei 1,5% und kann generell zwischen 1,5 und vier Prozent der prämienbegünstigt geleisteten Sparbeiträge, derzeit maximal 1.200 Euro pro Jahr, betragen. Die Höhe der staatlichen Förderung beträgt bei dieser Einzahlungssumme 18 Euro. Und während von den Zinsen noch die übliche KESt von 25% abgezogen wird, ist diese staatliche Förderung steuerfrei.

Die gesetzliche Mindestlaufzeit sind sechs Jahre, nach Ablauf dieser Zeit kann wieder für weitere sechs Jahre verlängert oder ein alternatives Bindungsangebot der Bausparkasse angenommen werden. Wird der Vertrag vorzeitig aufgelöst und nicht für Wohnbau- oder Bildungszwecke verwendet, muss die staatliche Förderung zurückgezahlt werden, es wird abgezinst und oft eine zusätzliche Verwaltungsgebühr angelastet. Wenn man die sechs Jahre aber durchhalten möchte, ist das Bausparen als mittelfristige Sparform angesichts der tristen Lage auf Sparbüchern nach wie vor eine gute Alternative.

Wie holt man am meisten aus dem Bausparer heraus?
Wenn Sie sich dafür entscheiden, einen Bausparvertrag abzuschließen, stehen Ihnen mehrere Varianten des Besparens offen. Sie können bis zu 1.200 Euro pro Jahr einzahlen. Den größten Effekt erzielen Sie, wenn Sie den gesamten Betrag für die sechs Jahre auf einmal einzahlen – das sind 7.200 Euro. Dadurch werden von Anfang an die Zinsen für den vollen Betrag berechnet und Sie profitieren dadurch vom Zinseszinseffekt. Ist Ihnen dieser Betrag zu hoch, können Sie auch einmal pro Jahr 1.200 Euro einzahlen. Einzahlungen zu Beginn des Jahres sind dabei zu empfehlen, da Sie auch hier Zinsen für ein volles Jahr bekommen. Bei Einzahlungen Ende des Jahres werden die Zinsen erst für das kommende Jahr schlagend.

Fühlen Sie sich mit kleineren Beträgen wohler, können Sie auch monatlich sparen und sich dann am Ende der Laufzeit über einen ansehnlichen Betrag freuen. Überlegen Sie sich aber genau, wie viel Sie wirklich einzahlen möchten. Denn bei Abschluss des Vertrages legen Sie sich auf eine Vertragssumme fest (= Summe aller Einzahlungen in sechs Jahren). Erreichen Sie diese Vertragssumme nicht, kann eine Pönale fällig werden.

Bei der Entscheidung für eine der vier Bausparkassen gilt es, genau zu vergleichen. Lassen Sie sich Offerte berechnen und achten Sie darauf, wie lange der angegebene Zinssatz fixiert ist. Denn oft ist der Zinssatz nur für das erste Jahr fix und passt sich danach an das Marktniveau an. Auch sollten Sie die Höhe der Kontoführungsgebühren und Verwaltungskosten vergleichen, denn gerade bei niedrigen Zinsen schlagen zusätzliche Spesen, und sei es nur ein Euro für Porto, schwer zu Buche. Beim Vergleich hilft der Rechner der Arbeiterkammer.

Warum eigentlich "Bau"-Sparen?
Der eigentliche Zweck des Bausparens lag zu Beginn in der Verwirklichung von Wohnbau-Vorhaben. Bausparkassen hatten bzw. haben noch immer die Aufgabe, Spargelder zu sammeln, um diese dann in Darlehensform an bau- bzw. kaufwillige Bausparer zu vergeben, damit diese sich ihren Wohntraum verwirklichen können. Das Besondere dabei: Bauspardarlehen sind eine sehr sichere Variante der Finanzierung, da eine Zinsobergrenze von sechs Prozent in das Darlehen integriert ist. Das heißt, auch wenn die Zinsen bei anderen Finanzierungen steigen und steigen, die zu zahlenden Raten immer höher und höher werden, bei Bauspardarlehen ist bei sechs Prozent Schluss.

Auch ist das Bauspardarlehen in der Art der Rückzahlung sehr flexibel: Es ist sowohl als klassisches Darlehen in Form eines Abstattungskredites wie auch als endfälliges Darlehen zu bekommen. Zugegeben ist dies bei der aktuellen Zinslandschaft nicht unbedingt erforderlich, aber bei Wohnbaufinanzierungen, die über 20 bis 30 Jahre laufen, kann es durchaus eine Überlegung wert sein, einen Teil des Finanzierungsbetrages über eine Bausparfinanzierung darzustellen, um für den Fall irgendwann wieder steigender Zinsen dennoch abgesichert zu sein.

In einem Bausparvertrag anzusparen ist daher jedenfalls für all jene Sparer wichtig, die voraussichtlich ein Darlehen für Wohnraumschaffung oder -sanierung benötigen werden. Denn der Bausparvertrag sichert in diesem Fall den Anspruch auf Zuteilung eines Darlehens. Bis zu 150.000 Euro, in der Regel maximal 60 Prozent des Objektwertes, kann eine Einzelperson als Finanzierung bekommen (Ehepaare: 300.000 Euro). Der Bausparvertrag muss hierfür meist bereits seit 1,5 Jahren angespart worden sein. Andernfalls wird ein Zwischendarlehen in die Finanzierung mitintegriert. Bauspardarlehen können über die Hausbank in Anspruch genommen werden. In einem Beratungsgespräch entscheiden sich dann die genauen Konditionen sowie die für Sie am besten geeignete Art der Rückzahlung.

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