Mi, 21. Februar 2018

Zu Hause studieren

13.01.2015 17:42

Mit Fernstudium erfolgreich zum Abschluss kommen

Wer sich heute weiterbilden möchte, dem stehen etliche Möglichkeiten offen. Zusehends im Trend liegen dabei so genannte Fernstudien renommierter Universitäten und Bildungsinstitutionen, die "von zu Hause aus" absolviert werden können. Tipps, wie der Abschluss im Fernstudium klappt und wie Sie die Motivation dafür aufbringen können, finden Sie hier.

Es hört sich nur allzu gut an: lernen von zu Hause aus, und den Abschluss neben Job und Alltag einfach nebenbei machen. Doch leider ist das nicht so einfach, wie es scheint. Die Fernuniversität Hagen, ein renommierter Anbieter im Bereich der Fernstudien, verzeichnet Abbruchquoten von etwa zwei Dritteln. Der Grund dafür ist einfach: Es erfordert einiges an Selbstdisziplin, Überwindung und Verzicht, sich nach einem acht- bis zehnstündigen Arbeitstag auch noch zu Hause hinzusetzen und das Studienmaterial durchzugehen.

Fernstudien werden in Österreich von unterschiedlichen Bildungsinstitutionen angeboten, unter anderem von der Donau Uni Krems oder einigen Fachhochschulen. Manche Institutionen arbeiten im Hintergrund mit der deutschen Fernuniversität Hagen zusammen. Die Dauer der Studien variiert im Normalfall zwischen vier und acht Semestern, je nachdem, ob es sich um einen Aufbau-Studiengang oder ein eigenständiges Studium handelt. Die Studienrichtungen reichen von betriebswirtschaftlichen Studien bis hin zu Studien der Rechtswissenschaften und mehr. Die Kosten können von einigen hundert bis einigen tausend Euro je nach Anbieter schwanken. Eine Auflistung aktueller Anbieter finden Sie hier.

Wie funktioniert ein Fernstudium?
Grundsätzlich sind die Unterschiede zu einem normalen Studium nicht allzu groß: Man ist als Student inskribiert, hat eine Matrikelnummer, absolviert Prüfungen und muss meist auch eine Diplomarbeit verfassen. Im Unterschied zu einem Präsenzstudium werden die Studienmaterialien dem Studenten elektronisch zur Verfügung gestellt, und Hausarbeiten oder Zwischenprüfungen ebenso meist elektronisch erledigt. Der Austausch mit den Lektoren funktioniert über Live-Chats in einem elektronischen Campus oder einfach per E-Mail. Manche mündlichen Prüfungen können ebenso von zu Hause aus mit einer Webcam absolviert werden. Für einige Hauptprüfungen ist jedoch nach wie vor notwendig, eine Zweigstelle des Bildungsanbieters aufzusuchen.

Damit ist klar, dass der Aufwand für ein Fernstudium nicht wesentlich kleiner ist als jener für ein Präsenzstudium mit Anwesenheitspflicht – denn auch wenn man sich die physische Teilnahme an den Vorlesungen erspart, bleibt doch der Aufwand, sich die Vorlesungsinhalte selbst zu Hause zu erarbeiten.

Selbstmotivation und Arbeitseinteilung
Wer sich für ein Fernstudium entscheidet, sollte daher in seinem Alltag Zeitfenster vorsehen, die ausschließlich dem Studium gewidmet werden – also Zeiten, in denen keine Unterbrechungen durch Familie, Freunde, E-Mails oder Telefonate zugelassen werden. Denn diese Ablenkungen sind einer der Hauptgründe dafür, warum man im Studium möglicherweise nicht so rasch vorankommt, wie man möchte. Planen Sie diese Zeiten von Woche zu Woche neu ein und stellen Sie sicher, dass Sie immer auf ein Mindestpensum kommen.

Es hilft, sich zu Hause einen eigenen Arbeitsplatz zu schaffen, an dem Sie lernen - idealerweise ein separater Raum, in dem Sie Ruhe finden. Mit der Zeit werden Sie dann immer bei Aufsuchen dieses Platzes automatisch in den Lernmodus schalten und kommen so rascher voran.

Wie lernt man?
Teilen Sie sich die Stoffgebiete in kleinere Einheiten, sodass Sie nicht gezwungen sind, größere Brocken in einem Stück durchzugehen, auch wenn Sie schon müde sind oder unterbrechen müssen.

Konzentrieren Sie sich bei der Erarbeitung der Inhalte auf die Hauptthemen und stellen Sie sicher, dass Sie etwa 80% des Materials verstehen und wiedergeben können. Gehen Sie nach dem Prinzip "mäßig, aber regelmäßig" vor und überwinden Sie sich, sich nach einer kurzen Pause nach der Arbeit noch ein bis zwei Stunden mit den Materialien auseinanderzusetzen. Denn längere Lernpausen machen es umso schwieriger, wieder in den Rhythmus hineinzufinden, und verringern die Wahrscheinlichkeit eines Abschlusses. Sie können dies durchaus mit einem Trainingsplan im Fitnesscenter vergleichen: Wenn Sie sich nicht zum Trainieren überwinden, werden Sie nicht zur gewünschten Konditionsverbesserung bzw. dem Wunschgewicht gelangen. Und die Überwindung zum Lernen ist durchaus vergleichbar mit jener, sich am Abend noch die Laufschuhe anzuziehen.

Planen Sie daher immer für das Semester voraus und sorgen Sie dafür, dass Sie vor Prüfungen in Ihrem Job nach Möglichkeit freigespielt sind, keine Überstunden machen müssen und sich Urlaub nehmen können, um sich ausreichend vorzubereiten. Dasselbe gilt für die Zeit, in der die Diplomarbeit zu schreiben ist. Auch das ist ein Aufwand, der nicht zu unterschätzen ist.

Finden Sie für sich passende Möglichkeiten, die Materialien durchzugehen: Während die einen mittels Durchlesen und Markieren lernen, hilft es anderen, den Stoff selbst noch einmal zusammenzufassen, da die eigene Niederschrift dabei hilft, die Inhalte zu festigen. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Zusammenfassungen auch bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum schnellen Lernen zwischendurch verwendet werden können. Wieder andere lernen am leichtesten, wenn sie den Stoff sich selbst oder anderen erzählen – probieren Sie einfach aus, wie es für Sie am einfachsten geht.

Seien Sie sich aber auch bewusst, dass Perfektionismus bei einem Fernstudium fehl am Platz ist – das wäre neben einem Vollzeitjob einfach zu energieraubend. Wichtig ist insbesondere auch, sich Pausen zu gönnen: Belohnen Sie sich am Wochenende und zwischendurch mit geplanter Freizeit und Erholung, um Ihre Energiereserven wieder aufzuladen. Das ist sehr wichtig, damit Sie über einen längeren Zeitraum durchhalten und auch Ihre Familie sowie Freunde nicht zu kurz kommen. Und halten Sie sich vor Augen, wie stolz Sie sein werden, wenn Sie den Abschluss erlangt haben - allein dieses Gefühl trägt viel dazu bei, durchhalten zu wollen.

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