Fr, 24. November 2017

Neujahrskonzert 2015

29.12.2014 14:36

Strauß-Feiern und Uni-Geburtstage als Themen-Anker

Das Neujahrskonzert 2015 ist natürlich traditionell der Walzerfamilie Strauß gewidmet. Nach dem melancholischen Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkrieges im heurigen Jahr stehen nun aber drei heitere Jubiläen im Fokus: 650 Jahre Universität Wien, 200 Jahre Technische Universität und 150 Jahre Wiener Ringstraße.

Dafür haben sich die Philharmoniker in den Goldenen Saal einen Routinier an ihre Seite geholt, steht der 78-jährige Zubin Mehta doch bereits zum fünften Mal am Pult des Neujahrskonzerts. Er habe sein erstes Neujahrskonzert in den frühen 1960er-Jahren gehört - auf dem Stehplatz, erinnerte sich Mehta am Montag: "Und jetzt stehe ich noch immer."

Am Pult wird er ein Programm dirigieren, das wieder zentral von Kompositionen der Strauß-Familie dominiert wird, wobei der heuer abgetretene Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg noch federführend für das Programm verantwortlich zeichnet. Mit dabei sind fünf Erstlinge beim Neujahrskonzert - darunter auch der "Champagner-Galopp" des Dänen Hans Christian Lumbye (1810-1874), dem "Strauß des Nordens".

Universitätsjubiläen als thematische Anker
Thematisch würdigt man dabei die universitären Jubiläen: Mit Eduard Strauß' Polka "Mit Dampf" und Johann Strauß Sohns "Accelerationen", "Elektro-magnetische Polka" und zum 26. Mal dem "Perpetuum mobile" ehrt man die 200-jährige Technische Uni Wien, an der einst auch Josef Strauß studierte. Die 450 Jahre ältere Universität Wien wird mit der "Studenten-Polka" und dem "Freiheitsmarsch" gewürdigt. Schließlich wurden auch die traditionellen Balletteinlagen in der Universität Wien aufgezeichnet. Dafür choreografierte Davide Bombana die "Studentenpolka" und "Wein, Weib und Gesang" von Johann Strauß Sohn mit Solisten des Wiener Staatsballetts. Für die Kostüme zeichneten die Wiener Designerlabels "Elfenkleid" und "Petar Petrov" verantwortlich.

"Traditionen geben uns ein Gefühl von Sicherheit"
"Mein erstes Neujahrskonzert war für mich ein überaus aufregendes und emotionelles Ereignis", erinnerte sich dabei der neue Philharmoniker-Chef Andreas Großbauer an seine Anfänge. Und dies sei heute nicht anders, verbinde die Musik doch stets die Menschen. Und darin habe das Neujahrskonzert einfach eine große Tradition, die eine entsprechende Bedeutung für das Publikum besitze: "Gewisse Traditionen geben uns Menschen ein Gefühl von Sicherheit." Und da stehe das Neujahrskonzert in einer Reihe mit anderen emotionalen Ereignissen: "Die Gutenachtgeschichte, die Geburtstagstorte - und vielleicht auch das Neujahrskonzert."

Drei musikalische Großereignisse in Wien
Dass diese Tradition in die Welt hinausgetragen wird, dafür sorgt wieder der ORF. In nach derzeitigem Stand 90 Länder wird zum 57. Mal das TV-Ereignis übertragen. An die 50 Millionen Menschen will man mit den Bildern aus 14 HD-Kameras musikalisch im neuen Jahr begrüßen. Somit gebe es heuer das besondere Zusammentreffen, dass die drei musikalischen Großereignisse Neujahrskonzert, Sommernachtskonzert und der Eurovision Song Contest allesamt im gleichen Jahr aus der gleichen Stadt gesendet werden, unterstrich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: "Das wird den Slogan 'Wien, die Musikhauptstadt' besonders unterstreichen."

30.000 fair gehandelte Blüten als Zierde
Fix zum Neujahrskonzert gehört mittlerweile Barbara Rett, die durchs Programm führt, bevor als Intermezzo der von Felix Breisach gestaltete Zwischenfilm "Der Boulevard - Die Wiener Ringstraße 1865-2015" die am 1. Mai 1865 von Kaiser Franz Joseph eröffnete Prachtstraße würdigt. Neben Impressionen der Gebäuden sind auch Musiker in einer Tram am Ring unterwegs. Und am Boulevard klinkt sich heuer auch die Staatsoper in das Event ein und überträgt das Neujahrskonzert erstmals auf ihrer Außenleinwand.

Und schließlich gibt es auch auf floraler Seite eine Neuerung zu vermelden: Statt San Remo sind nun die Wiener Stadtgärten für den Blumenschmuck im Goldenen Saal verantwortlich. Man werde 30.000 fair gehandelte pink, orange und dottergelbe Blüten beisteuern, kündigten die Stadtgärten an.

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