Sa, 18. November 2017

An US-Fonds und EBRD

23.12.2014 13:30

Hypo-Balkanbanken um 200 Millionen Euro verkauft

Der Verkauf der Balkanbanken der Hypo Alpe Adria ist fixiert. Wie das Finanzministerium am Dienstagmorgen bestätigte, geht das SEE-Netzwerk an den US-Fonds Advent International und die Osteuropabank EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung). Der Kaufpreis betrage rund 200 Millionen Euro, wovon 50 Millionen Euro unmittelbar fließen sollen.

Die Einigung im zweiten Anlauf sei kurz vor Mitternacht und damit fristgerecht erfolgt. Die Gesamtsumme von 200 Millionen Euro soll spätestens in einem Jahr ausbezahlt sein. Der Buchwert der Hypo-Balkanbanken lag zum Halbjahr noch bei 89 Millionen Euro.

In den letzten zwei Wochen sei das Verhandlungsergebnis noch einmal deutlich verbessert worden, erklärte das Ministerium. Mit dem Verkauf seien die Haftungsobergrenzen von über zwei Milliarden Euro auf 1,7 Milliarden Euro reduziert und eine Ausschüttungsbeschränkung eingeführt worden. Bei einer gewinnbringenden Veräußerung von Beteiligungen profitiere zudem der Bund mit.

EU-Kommission muss Verkauf noch zustimmen
Mehr als zwei Milliarden Euro, die die Hypo-Mutter den Töchtern geliehen hatte, sollen in den kommenden Jahren zur Gänze zurückfließen. Der Verkauf der Hypo-Südosteuropabanken soll laut einem Bericht des ORF-Radios Ö3 in den kommenden Monaten unter Dach und Fach sein. Die Europäische Kommission muss dem Geschäft noch zustimmen.

Doch davor muss sich die Kommission womöglich noch mit einer Beschwerde seitens eines unterlegenen Mitbieters befassen. Das bulgarisch-russische Konsortium VIA/VTB kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen und eine formelle Beschwerde bei der EU-Kommission vorzubereiten. Im Finanzministerium war man schon im Vorfeld von so einer Möglichkeit ausgegangen.

Unterlegener Bieter: "Verhandlungsprozess wies Mängel auf"
Die Verkaufsentscheidung sei ein voreiliger Schluss nach monatelangem Gezerre, meint das Konsortium aus der VIA Gruppe und der VTB Bank. Sprecher Momchil Vasilev geht davon aus, dass seine Gruppe eigentlich "das attraktivste Angebot" gelegt habe. Der Verhandlungsprozess habe substanzielle Mängel aufgewiesen und nicht die europäischen Standards für Transparenz und Nicht-Diskriminierung erfüllt.

Die Gruppe habe nicht ausreichend Zugang zu den Kreditdaten der Bank gehabt und der Verkäufer habe den Prozess für mehrere Wochen unterbrochen. Nach der Wiedereröffnung "scheinen die prohibitiv kurzen Fristen das Ergebnis bestimmt zu haben". Das Konsortium aus VIA/VTB habe laut Aussendung 100 Millionen Euro Kaufpreis und zusätzlich "substanzielle Garantien" für die Rückzahlung der 2,2 Milliarden Euro an Kreditlinien bis 2018 geboten.

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