Mi, 22. November 2017

„Blaulicht“

22.12.2014 21:00

LED-Displays stören natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus

Künftig doch wieder vermehrt zum gedruckten Buch greifen sollten vielleicht all jene, die abends auf ihrem Tablet stundenlang E-Books lesen oder auf andere elektronische Geräte starren. Denn wie eine Studie des Brigham and Women's Hospital im amerikanischen Boston zeigt, dürften LED-Displays unseren natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus stören.

"Wir entdeckten, dass natürliche zirkadiane Rhythmen durch die mit kurzwelligem Licht angereicherte Beleuchtung, also durch 'Blaulicht' dieser Geräte, unterbrochen wurden", erläuterte Anne-Marie Chang, Neurowissenschaftlerin an der Universitätsklinik der Harvard University in Massachusetts und Autorin der Studie, die in der US-Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht wurde.

Die Forscher untersuchten zwölf Patienten, die stationär aufgenommen worden waren. Sie lasen an fünf Abenden vor dem Schlafengehen entweder gedruckte Bücher - jeweils vier Stunden lang - oder E-Books auf einem iPad. Jene, die - durch Zufall ausgewählt - zunächst Druckwerke gelesen hatten, wechselten an weiteren fünf Abenden zum Tablet, die anderen umgekehrt.

Weniger erholt und aufmerksam
Das Ergebnis: Teilnehmer, welche ihre Bücher elektronisch auf dem Tablet gelesen hatten, fanden erst nach längerer Zeit Schlaf als nach dem Lesen der gedruckten Ausgaben. Sie wurden später schläfrig und waren zudem am darauffolgenden Morgen nach acht Stunden Schlaf weniger aufmerksam und erholt. Die REM-Phasen waren reduziert.

Konzentration von Schlafhormon verringert
Darüber hinaus wurde bei den iPad-Lesern eine geringere Konzentration des Hormons Melatonin festgestellt, das am Abend vermehrt gebildet wird und die Schlafphase einleitet. Die Unterschiede wurden bereits nach einer Stunde Lesens an den Geräten bemerkt. Obwohl die Untersuchung mit iPads durchgeführt wurde, untersuchten die Wissenschaftler auch andere Geräte wie Laptops, Mobiltelefone und weitere LED-Geräte.

"Langzeitstudien wichtig"
"In den vergangenen 50 Jahren sind sowohl Dauer als auch Qualität des Schlafes zurückgegangen. Und da mehr Menschen zum Lesen, zur Kommunikation und zur Unterhaltung zu elektronischen Geräten greifen, gleichzeitig aber Kinder und Jugendliche an sich schon einen signifikanten Schlafverlust aufweisen, wären epidemiologische Langzeitstudien wichtig, um die Effekte der Geräte zu untersuchen", sagte Charles Czeisler, Chef der Forschungsabteilung für Schlaf- und zirkadiane Störungen an der US-Universitätsklinik.

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