Di, 21. November 2017

Weltcup in Are

12.12.2014 20:00

Hirscher holt im 3. Saison-RTL seinen 2. Sieg

Zweiter Sieg im dritten Riesentorlauf der Weltcupsaison 2014/15 – Marcel Hirscher präsentiert sich weiterhin in einer beneidenswerten Frühform. Der Salzburger, der bereits nach dem 1. Durchgang souverän mit 57 Hundertstelsekunden vor dem Deutschen Fritz Dopfer in Front gelegen war, ließ sich auch im Finale nicht lumpen und sicherte sich mit einem Husarenritt seinen bereits zwölften Weltcup-Sieg im Riesentorlauf. Das Podium komplettierten der US-Amerikaner Ted Ligety (+1,22 Sekunden) und der Deutsche Stefan Luitz (+1,50). Der Tiroler Benjamin Raich landete als zweitbester ÖSV-Läufer auf Rang sieben. Zähler holten ansonsten nur noch Philipp Schörghofer (18.) und Roland Leitinger (21.), der erstmals im Weltcup punktete.

Mit seinem Triumph in Schweden – seinem bereits 25. Weltcup-Sieg überhaupt – machte Hirscher auch im Gesamtweltcup viel Boden gut. Der 25-Jährige verkürzte den Rückstand auf den Norweger Kjetil Jansrud, der am Freitag ausschied, auf 72 Punkte. Dass Jansrud im Ersatzrennen für Val d'Isere einen "Nuller" hinlegte, nahm Hirscher übrigens mit einem Achselzucken zur Kenntnis. "Das ist mir zum jetzigen Zeitpunkt der Saison völlig egal. Momentan juckt mich das Thema ganz und gar nicht", gab der ÖSV-Star zu Protokoll.

"Jeder Sieg ist etwas Besonderes, über jeden Sieg muss man dankbar sein", betonte Hirscher nach seinem Jubiläumserfolg. "Ich bin heute schon recht gut gefahren", übte sich der ÖSV-Superstar nach seinem zweiten Saisonerfolg in Understatement. Ein spezielles Foto gab es dann für Hirscher bei der Siegerehrung, der Annaberger ließ sich im hohen Norden auf dem Podest mit dem Weihnachtsmann ablichten. Bereits bei seinem Sieg in Sölden Ende Oktober hatte Hirscher die Riesentorlauf-Konkurrenz mit mehr als 1,5 Sekunden Vorsprung deklassiert.

Hirscher: "Wir haben große Fortschritte gemacht"
Beim zweiten Saisonrennen in Beaver Creek hatte sich dann allerdings Olympiasieger und Weltmeister Ligety durchgesetzt. Dennoch scheint Hirscher den in den vergangenen Jahren im Riesentorlauf meist unerreichbar gewesenen US-Amerikaner ein wenig entzaubert zu haben. Die akribische Arbeit des Teams rund um Hirscher machte sich in Schweden erneut bezahlt. "Ich muss sagen, die Jungs machen einen coolen Job", gab es von Hirscher Sonderlob für seinen Ausrüster Atomic und sein Betreuerteam. "Es läuft immer besser und besser, ich fühle mich sichtlich wohl. Wir haben große Fortschritte gemacht."

Raich: "Ich bin zu brav gefahren"
Raich landete nach seinen vierten Plätzen in Sölden und Beaver Creek neuerlich im Spitzenfeld. Eine noch bessere Platzierung vergab der Tiroler Routinier im ersten Durchgang. Mit Startnummer eins legte der 36-Jährige als "Versuchskaninchen" eine zu verhaltene Fahrt hin. "Leider hab ich nicht ganz das Limit gefunden, ich bin zu brav gefahren. Das sollte nicht passieren. Man hätte deutlich mehr andrücken können, als ich es gemacht hab'", sagte Raich.

Schörghofer frustriert, Leitinger überglücklich
Schörghofer blieb neuerlich hinter den Erwartungen zurück. "Mir fehlt das letzte Selbstvertrauen. Dieser Sport ist einfach zu einem großen Teil Kopfsache", meinte der Salzburger. Die nächste Riesentorlauf-Chance bietet sich kurz vor Weihnachten in Alta Badia (21. Dezember). Leitinger schnappte sich indes die ersten Weltcup-Punkte seiner Karriere. "Das ist ein cooles Feeling, ein Schritt in die richtige Richtung", freute sich der 23-jährige Tiroler. "Jetzt gilt es, in der Topliga Fuß zu fassen. Daran werde ich hart arbeiten", versprach Leitinger.

Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer verpasste als 40. das Finale. Der Kärntner hatte sich vor dem Rennen eine leichte Verletzung am linken Daumen zugezogen, sein Start war jedoch nicht gefährdet.

Rückenprobleme bei Neureuther
Detail am Rande: Der Start des deutschen Vizeweltmeisters Felix Neureuther am Sonntag im Are-Slalom ist ungewiss. Der 30-Jährige war beim Riesentorlauf nach einem Fahrfehler ausgeschieden und danach offensichtlich angeschlagen kommentarlos ins Hotel gegangen. "Der Lauf ist sehr schwierig und drehend. Das ist eine extreme Körperbewegung gewesen, die ihm nicht besonders gutgetan hat für den Rücken", berichtete der Alpindirektor des Deutschen Skiverbands, Wolfgang Maier.

Für die Herren steht am Sonntag (10.30 und 13.30 Uhr) in Are ein Slalom auf dem Programm. Mit einem weiteren Sieg oder Platz zwei würde Hirscher die Weltcup-Führung erobern.

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Lauf 1 Lauf 2 Gesamt Diff.
1 HIRSCHER Marcel AUT 1:17.86 1:12.32 2:30.18
2 LIGETY Ted USA 1:18.67 1:12.73 2:31.40 +1.22
3 LUITZ Stefan GER 1:18.83 1:12.85 2:31.68 +1.50
4 DOPFER Fritz GER 1:18.43 1:13.51 2:31.94 +1.76
5 FANARA Thomas FRA 1:19.64 1:13.38 2:33.02 +2.84
6 PINTURAULT Alexis FRA 1:19.65 1:13.44 2:33.09 +2.91
7 RAICH Benjamin AUT 1:19.61 1:13.70 2:33.31 +3.13
8 HAUGEN Leif K. NOR 1:19.42 1:13.96 2:33.38 +3.20
9 MUFFAT-JEANDET FRA 1:20.89 1:12.63 2:33.52 +3.34
9 KRISTOFFERSEN H. NOR 1:20.13 1:13.39 2:33.52 +3.34
11 CAVIEZEL Gino SUI 1:20.85 1:12.83 2:33.68 +3.50
12 BORSOTTI Giovanni ITA 1:21.32 1:12.49 2:33.81 +3.63
SUI 1:22.02 1:12.51 2:34.53 +4.35
14 SANDELL Marcus FIN 1:21.56 1:13.08 2:34.64 +4.46
15 EISATH Florian ITA 1:20.87 1:13.80 2:34.67 +4.49
16 JANKA Carlo SUI 1:21.68 1:13.07 2:34.75 +4.57
17 TORSTI Samu FIN 1:22.13 1:12.75 2:34.88 +4.70
18 SCHÖRGHOFER P. AUT 1:21.79 1:13.60 2:35.39 +5.21
19 SIMONCELLI Davide ITA 1:21.95 1:13.52 2:35.47 +5.29
20 OLSSON Matts SWE 1:20.59 1:14.97 2:35.56 +5.38
21 LEITINGER Roland AUT 1:21.68 1:13.91 2:35.59 +5.41
22 JITLOFF Tim USA 1:21.51 1:14.26 2:35.77 +5.59
23 MYHRER Andre SWE 1:21.72 1:14.32 2:36.04 +5.86
24 KRANJEC Zan SLO 1:21.21 1:14.84 2:36.05 +5.87
25 ZUBCIC Filip CRO 1:22.13 1:13.97 2:36.10 +5.92
26 BROWN Phil CAN 1:21.52 1:16.29 2:37.81 +7.63
27 PIRINEN Eemeli FIN 1:21.10 1:19.92 2:41.02 +10.84
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