Sa, 16. Dezember 2017

Schon vierte Panne

11.12.2014 16:14

Direktoren warnen vor Datenleck bei Zentralmatura

Dieses Projekt läuft katastrophal: Nach bereits drei Pannen bei der Zentralmatura sehen nun AHS-Direktoren die Geheimhaltung der Prüfungsfragen akut gefährdet – schon drei Tage vor dem Matura-Termin werden 19.000 Kuverts in die Schulen geliefert und sollen dort "kontrolliert" werden...

"Sollten dann Prüfungsfragen geleakt werden, schiebt das Ministerium uns den Schwarzen Peter zu. Nein, wir übernehmen sicher nicht dieses Risiko. Und auch nicht die Verantwortung dafür, dass alle Prüfungshefte vollständig vom Bifie angeliefert worden sind", stellt eine Wiener AHS-Direktorin klar.

AHS-Direktoren warnen vor Datenleck
Das Bifie, das Bundesinstitut für Bildungsforschung, könne doch nicht die Verantwortung für einen pannenfreien Ablauf der neuen Zentralmatura an die Direktoren abschieben, kritisieren auch die Lehrergewerkschafter des FCG: "Pro Schule müssten die Direktoren bis zu 12.000 Seiten an Prüfungsaufgaben auf Vollständigkeit kontrollieren. Und das in nur drei Tagen und im Beisein von weiteren zwei Lehrkräften." Insgesamt hätten etwa 1.500 Personen Zugang zu den streng geheimen Matura-Aufgaben. Fazit: Ein Datenleck sei ziemlich wahrscheinlich.

"Nein, die Direktoren sollen nicht die Kuverts mit den Prüfungsfragen öffnen", meint aber eine Sprecherin von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Sie sollten "nur die Vollständigkeit der Lieferung der Pakete mit ihrer Unterschrift abzeichnen". Die Direktoren widersprechen: "Warum will uns dann das Bifie Spezialetiketten zur Verfügung stellen, damit die Kuverts wieder korrekt verschlossen werden?" Das kann auch im Ministerium niemand beantworten...

Bereits vierte Panne bei Zentralmatura-Projekt
Dieses offensichtliche Kommunikationsdesaster ist die bereits vierte Panne beim Projekt Zentralmatura: Wie berichtet, sorgten bereits ein Datenleck, ein Mathe-Debakel und eine Nazi-Deutschaufgabe für ziemlich viel Aufregung.

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