Sa, 21. Oktober 2017

Nach Ukraine-Eklat

10.12.2014 12:15

Netrebko betont: „Es war kein politischer Akt“

Opernstar Anna Netrebko hat sich nach ihrem viel kritisierten Treffen mit einem Separatistenführer aus der Ostukraine um Schadensbegrenzung bemüht. "Ich wollte helfen und meine Künstlerkollegen mit einer Spende unterstützen", schrieb die 43-Jährige am späten Dienstagabend auf Facebook. "Die Spende war kein politischer Akt".

Die gebürtige Russin mit österreichischem Pass hatte am Montag in St. Petersburg mit dem Separatistenführer Oleg Zarjow für Fotos posiert. Für Aufregung sorgte vor allem, dass sich die Star-Sopranistin mit Zarjow, dem sie einen Scheck über eine Million Rubel (rund 15.000 Euro) für das Opernhaus in Donezk überreichte, vor der Flagge von Neurussland ablichten ließ.

"Anna, gib deinen österreichischen Pass zurück!" oder "Sie sollten lieber beim Singen bleiben" hieß es in Kommentaren zahlreicher empörter Internetuser. Auch zum Boykott von Netrebko-Konzerten und -CDs wurde aufgerufen. Netrebko sah sich daraufhin dazu veranlasst, ihr Treffen mit dem Separatistenführer auf ihrer Facebook-Seite zu begründen.

"Fahne hat mich überrascht"
Zarjow sei ihr demnach als "die einzige Person vorgestellt worden, die für eine sichere Überbringung des Geldes an das Theater in Donezk Sorge tragen kann", hieß es in dem auf Englisch verfassten Posting, das allerdings nicht von Netrebko persönlich, sondern von einem Mitarbeiter verfasst wurde. Die Präsenz der Flagge Neurusslands "ist nicht geplant gewesen und hat mich überrascht", wird die 43-Jährige zitiert. Sie habe erst später realisiert, um welche Flagge es sich gehandelt habe, so die Operndiva.

"Der gegenwärtige Konflikt beunruhigt mich sehr. Ich bin sowohl russischer als auch ukrainischer Abstammung und es bricht mir das Herz, diese Kämpfe und all die Zerstörung zu sehen", meinte Netrebko weiter. Die Künstlerin unterhält in Österreich einen Wohnsitz und soll im April 2015 wieder in der Staatsoper auftreten.

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