So, 22. Oktober 2017

IOC-Reformen

09.12.2014 19:07

Revolution: Olympia in Österreich wieder möglich

Die weitgreifenden, einstimmig verabschiedeten Reformen des Internationalen Olympischen Komitees, die einer Revolution gleichen, öffnen auch Österreich langfristig wieder die Türen als Ausrichter von Olympischen Spielen. Denn Olympia kehrt dem Gigantismus den Rücken, die Spiele sind grenzüberschreitend möglich und damit für kleine Länder gemeinsam eher finanzierbar.

"Das war in Monte Carlo vom IOC ein Riesenschritt in die richtige Richtung", freute sich ÖOC-Präsident Dr. Karl Stoss, "ein mächtiges Signal, das ohne Enthaltung einstimmig verabschiedet wurde. Das heißt, alle sind für Erneuerung – und wollen weg vom Gigantismus, der sich zu sehr von den Menschen entfernt hat."

"Wir leben in einem Kontinent der Regionen"
Unter den 40 Punkten, die IOC-Präsident Dr. Thomas Bach vorgelegt hatte und die von der Session angenommen wurden, ist die Öffnung von grenzüberschreitenden Spielen für Österreich sehr wichtig. Stoss: "Wir leben in einem Kontinent der Regionen, wo Grenzen nicht mehr die Bedeutung wie früher haben." Durchaus denkbar, dass sich eines Tages Städte aus Österreich mit einer Metropole aus einem Nachbarland gemeinsam bewerben. Warum nicht Winterspiele in Innsbruck oder Salzburg gemeinsam mit München?

Zumal auch die Kosten für Olympia deutlich reduziert werden sollen – schon in der Bewerbungsphase. "Hier ist sogar eine finanzielle Unterstützung durchs IOC möglich", sagt ÖOC-Generalsekretär Dr. Peter Mennel, der Vorschläge für neue Bewerbungsrichtlinien gemeinsam mit Kollegen aus der Schweiz, Deutschland und Schweden dem IOC für die Reformen vorgelegt hat.

Auch das olympische Programm wird laut der „Agenda 2020“, die möglichst bald umgesetzt werden soll, modernisiert. Neuen Sportarten und Disziplinen soll die Tür geöffnet werden. "Es ist gut, sich dem Trend der Zeit anzupassen", so Dr. Stoss. Er glaubt zum Beispiel, dass das Klettern sehr attraktiv sei und durchaus einen Platz bei Olympia verdient habe.

Kosovo als 205. IOC-Mitglied aufgenommen
Und zwischen den Spielen wird das IOC mit einem eigenen 490 Millionen Euro teuren TV-Sender den olympischen Sportarten eine digitale Plattform bieten. Übrigens: Das IOC machte auch den Weg für eine Teilnahme des Kosovo an den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro endgültig frei. Es erkannte den seit 2008 von Serbien unabhängigen Balkan-Staat am Dienstag als 205. Vollmitglied an. Damit bestätigte das IOC eine Entscheidung der Exekutive, die den Kosovo im Oktober gegen den Widerstand von Serbien bereits vorläufig anerkannt hatte.

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