Mo, 20. November 2017

„Krone“-Ombudsfrau

10.12.2014 09:00

Hohe Kosten im Niedrigenergiehaus?

So hat sich Elisabeth B. das nicht vorgestellt: Seit sie in einer neuen, kleineren Wohnung in einem Niedrigenergiehaus wohnt, zahlt sie monatlich mehr fürs Heizen und Warmwasser als vorher. Darüber ärgern sich auch andere Hausbewohner. Die zuständige Energiefirma versteht das nicht: Man biete eben auch viel.

Rund 56 Quadratmeter groß ist die neue Genossenschaftswohnung von Frau B. in Niederösterreich. Sie lebt dort allein und bezahlt rund 100 Euro im Monat Energiekosten. In einem Niedrigenergiehaus. "Für einen Kubikmeter warmes Wasser werden uns rund elf Euro ohne Umsatzsteuer verrechnet. Das kann ich mir nicht leisten. Laut einem anderen Energieanbieter liegt der Erfahrungswert für einen Ein-Personen-Haushalt dieser Größe bei nur rund 700 Euro pro Jahr", wandte sich Frau B. an die Ombudsfrau.

Auch bei ihren Nachbarn sorgen die Preise für Unmut. Einer Bewohnerin etwa, deren Wohnung einen Monat leer stand, wurden für diesen Zeitraum angeblich 600 Liter Heißwasser verrechnet. "Das Problem liegt einerseits an den hohen Grundkosten, andererseits an den sehr hohen Verbräuchen, die uns teilweise unrealistisch erscheinen", schildert eine Nachbarin. Mit ihren Beschwerden sind die Betroffenen bisher nicht weit gekommen: "Wir werden nur von einer Stelle zur anderen verwiesen, verantwortlich fühlt sich niemand." Auch der Energieausweis kommt ihnen seltsam vor. Sie kommen auf den doppelten Heizwert wie dort angegeben.

Da die Wärme mittels Luft-/Wasser-Wärmepumpe erzeugt wird, könne man den Wärmepreis nicht mit einer anderen Heizanlage vergleichen, meint dazu Energie Comfort. Es sei natürlich der Heiz-Energieverbrauch sehr gering, jedoch die Fixkosten aufgrund der aufwendigen Technologie entsprechend hoch. Dafür seien aber sämtliche Wartungs- und Technikkosten enthalten.

Was also an Energie gespart wird, muss für die Technik bezahlt werden. Eigentlich absurd, oder? Und bitter für die Bewohner...

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