Fr, 24. November 2017

Klimaschutz-Ranking

09.12.2014 09:54

Österreich nur 36. hinter Deutschland und Rumänien

Das Klimaschutz-Ranking der Umweltschutzorganisation Germanwatch grenzt an Österreich-Bashing: Denn von insgesamt 58 untersuchten Ländern sind wir auf Platz 36 abgerutscht. Das schlechteste Ergebnis seit vier Jahren und vor allem der Umstand, dass unser Land hinter Staaten wie Marokko (Rang neun), der Slowakei (15), Ägypten (24), Rumänien (25) oder der Ukraine (30) liegt, dürfte bei so manchem für Kopfschütteln und Unverständnis sorgen.

Angeführt wird die im Zuge der UNO-Klimakonferenz in Lima vorgestellte Liste der Länder, die angeblich weltweit am meisten für den Klimaschutz tun, zum dritten Mal in Folge von Dänemark. Weil für Germanwatch allerdings keiner der 58 untersuchten Staaten ausreichende Anstrengungen gegen den gefährlichen Klimawandel unternimmt, bleiben im aktuellen Klimaschutz-Index (KSI) die ersten drei Plätze unbesetzt.

Dänemark verzeichne zwar noch immer ein relativ hohes Emissionsniveau, doch sei der CO2-Ausstoß seit 1997 mehr oder weniger stetig gefallen und der Trend habe sich von 2007 bis 2012 mit einem Rückgang von 19 Prozent gefestigt, wird der KSI-Spitzenreiter von den Autoren der Studie gelobt.

Marokko erstmals in den Top Ten
Hinter Dänemark rangiert Schweden, wo die Gebäude-Emissionen vor allem durch Heizungen von 2007 bis 2012 um rund 70 Prozent zurückgegangen seien. Das beste Resultat unter den Entwicklungsländern erzielte Marokko (Platz neun), das sich vor allem wegen seines Engagements bei den erneuerbaren Energien um sechs Ränge verbesserte und erstmals unter den Top Ten rangiert. Weit abgeschlagen liegen übrigens die beiden weltweit größten CO2-Sünder China (Platz 45) und die USA (44).

"Österreich verharrt im Dornröschenschlaf"
Österreich verschlechterte sich gegenüber 2013 um fünf Plätze und ist in der Auflistung nur noch an der 36. Position zu finden - das schlechteste Ergebnis seit vier Jahren. "Österreichs Politik verharrt schon jahrelang im Dornröschenschlaf", kritisierte Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von Global 2000.

"In den vergangenen drei Jahren wurde keine einzige nennenswerte politische Initiative gesetzt, die nicht mit der Umsetzung von EU-Richtlinien zusammenhing."

Deutschland rutscht wegen Energiewende ab
Unserem Nachbarn Deutschland attestiert die Studie zwar eine leichte Verbesserung in der Kategorie Klimapolitik, doch das sogenannte Energiewende-Paradox fiel stark ins Gewicht: Denn trotz des starken Ausbaus der erneuerbaren Energien stiegen die Emissionen aufgrund der Braunkohlekraftwerke. "Wir hatten so viel Kohlestrom wie lange nicht mehr im Netz", sagte der politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals.

Die im Index aufgeführten Staaten sind für mehr als 90 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen verantwortlich. Studienautor Jan Burck betonte, der Anstieg der Emissionen habe sich insgesamt verlangsamt. Bei den erneuerbaren Energien sei zudem in 51 der 58 untersuchten Länder ein positiver Trend zu verzeichnen.

80 Prozent der Bewertungen basieren laut Germanwatch auf den objektiven Kriterien Emissionstrend und -niveau. Der Rest der Analyse beruhe auf den Einschätzungen von über 200 befragten Experten zur nationalen und internationalen Klimapolitik ihrer jeweiligen Länder.

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