So, 19. November 2017

„Krone“-Interview

08.12.2014 20:00

Vonn: „Ich glaube, ich habe die Mädels schockiert“

Die unglaubliche Rückkehr der US-Skikönigin: Am Montag war Lindsey Vonn nach langer Verletzung ohne zu große Hoffnungen nach Lake Louise gekommen – am Sonntag verließ sie Kanada mit 212 Punkten als Vierte des Gesamt-Weltcups. Dem phänomenalen Sieg in der Abfahrt ließ die 30 Jahre alte Vonn noch einen zweiten Platz im Super-G folgen. "Ich glaube, ich habe die Mädels schockiert", sagte sie im Interview mit der "Kronen Zeitung".

"Krone": Lindsey, so glücklich hat man dich schon lange nicht mehr gesehen.
Lindsey Vonn: Ja, es war ein sehr emotionelles Wochenende. Ich habe wirklich hart dafür gearbeitet. Ich habe immer an mich gelaubt, aber man muss das erst einmal wirklich schaffen. Für mich ist ein Traum wahr geworden. Dass mein Vater dabei sein konnte, macht mich wirklich sehr happy. Und dann stehe ich in der Abfahrt mit zwei Teamkolleginnen auf dem Podium. Besser hätten diese Tage nicht laufen können.

"Krone": Du hast alles gewonnen, was man gewinnen kann. Wie fühlte sich dieser Abfahrts-Sieg im Vergleich dazu an?
Vonn: Wie der Gewinn von Olympia-Gold in Vancouver. Diesen 60. Sieg zu holen, das war das emotionellste und auch schwierigste Rennen meines Lebens. Nach allem, was ich durchgemacht habe Das war richtig, richtig schwer, aber I did it!

"Krone": Und das alles so verdammt schnell. Hat dich deine Bestzeit zum Comeback-Sieg selbst auch überrascht?
Vonn: Hätt ich es nicht geschafft, hätt jeder gesagt: Warum gewinnt denn die nicht mehr, oder? Aber ich bin halt ein ungeduldiger Mensch, wollte nicht länger warten (lacht). Ehrlich: Ich wollte eigentlich in die Top 5, und so gesehen hat mich der Sieg wirklich ein bissl überrascht. Stimmt, das war schon ein riesiger Schritt. Und damit habe ich wohl ein paar richtig schockiert – ich hab’s in den Gesichtern einiger Mädchen im Ziel gesehen.

"Krone": Und dein Knie hat sich auch schon gemeldet?
Vonn: Nein. Es schwillt nicht an, es schmerzt nicht. Ich pack es auch nicht täglich in Eis. Ich trage nur eine Schiene unter meinem Rennanzug. Das ist das Einzige, was mich noch an die Verletzung erinnert.

"Krone": Jetzt fehlen dir lediglich noch zwei Siege auf Annemarie Moser-Pröll. Schaffst du das vielleicht auch noch in dieser Saison?
Vonn: Ich konzentriere mich jetzt nur auf mein Skifahren. Und das wird jeden Tag besser und besser. Das ist das Ziel. Die Siege kommen dann schon. Aber es wäre sicher ein Meilenstein für den Damen-Rennsport. Und ich habe Annemarie ja kennengelernt. Sie ist so ruhig, easy-going, sehr am Boden. Eine wundervolle Frau.

"Krone": Dein Comeback läuft besser als das von Tiger.
Vonn: Ach, weißt du – Golf ist ganz anders.  Und zwischendurch lief es bei ihm eh recht gut. Wir haben gleich im Ziel miteinander telefoniert. Er ist sehr stolz auf mich, glücklich mit mir.

"Krone": Und nun?
Vonn: Ich habe drüber nachgedacht, in Aare zu fahren. Wie man im Super-G gesehen hat, brauche ich noch mehr Speedtraining, deswegen fahre ich zurück nach Colorado. Ich werde erst zum nächsten Abfahrtsrennen zurückkommen.

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