Do, 23. November 2017

Gefährlicher Fund

06.12.2014 10:34

1,5 Tonnen an illegalen Böllern auf Hof entdeckt

Erneut ist in Österreich ein illegales Pyrotechniklager entdeckt worden: Ein 30-jähriger Oberösterreicher hatte im Bauernhof eines Bekannten in Pupping im Bezirk Eferding fünf Tonnen Pyrotechnikartikel gelagert. 1,5 Tonnen davon waren illegale Böller. Die Knallkörper wurden vom Entminungsdienst sichergestellt und abtransportiert.

Der 30-Jährige betreibt nebenberuflich einen Handel mit Pyrotechnik. Das Gewerbe ist laut Polizei angemeldet, das Lager war allerdings nicht behördlich genehmigt. Bei einem Unfall hätte es eine "Katastrophe" geben können, so der Bezirkspolizeikommandant Gerald Eichinger am Samstag.

Hinweis brachte Polizei auf die Spur
Nach einem Hinweis hatte die Exekutive am Freitag den Hof genau unter die Lupe genommen: Der Mann hatte seine Waren in einem ehemaligen Schweinestall, der einem Bekannten gehört, aufbewahrt. Im dazugehörigen Bauernhof wohnen zwei Familien.

Die Polizei fand in den ehemaligen Stallungen insgesamt fünf Tonnen Knallkörper. Eineinhalb Tonnen davon waren verbotenes Material. Ob dem 30-Jährigen das bewusst war, ist noch unklar. Der Mann habe die Pyrotechnik teilweise von tschechischen und polnischen Verkäufern, aber auch von österreichischen Großhändlern bezogen, berichtete Eichinger.

"Hätte verheerende Folgen haben können"
Der Hoftrakt sei für die Lagerung von Pyrotechnikartikeln keinesfalls geeignet gewesen, berichtete die Polizei. "Wenn es zu einem Vorfall gekommen wäre, hätte es allein wegen der Menge verheerende Folgen haben können", sagte der Bezirkskommandant. Der 30-Jährige wird bei der Staatsanwaltschaft Wels wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit und bei der Bezirkshauptmannschaft wegen der Übertretung nach dem Pyrotechnikgesetz und des nicht genehmigten Lagers angezeigt.

Warnung vor illegalen Knallkörpern
Mitte November waren in Kapfenstein im Bezirk Südoststeiermark zwei Männer beim Basteln von Böllern getötet worden. Die Druckwelle riss das Gebäude förmlich weg und beschädigte umliegende Häuser, Dächer und Autos. Die Detonation war kilometerweit hör- und spürbar. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.

Bei einer Pressekonferenz in Wien hatte das Innenministerium Ende November außerdem gewarnt, dass eine "hohe fünfstellige Stückzahl" an hochgradig gefährlichen und unzulässigen pyrotechnischen Knallkörpern in Österreich in den Umlauf gelangt ist, nicht nur am Schwarzmarkt, sondern auch im regulären Handel.

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