So, 19. November 2017

ORF-TV-Doku

29.11.2014 17:00

Carsony Brothers: Vergessene Simmeringer Söhne

Von Simmering nach Las Vegas – die Carsony Brothers verließen Wien, um die Glamourwelt von Las Vegas mit ihrer Akrobatik-Kunst zu erobern, und eroberten dabei auch die Herzen der größten Musiker. Eine TV-Dokumentation erinnert an das legendäre Trio.

Österreich hat viele "große Söhne" hervorgebracht – Mozart, Schwarzenegger, Christoph Waltz... und die Carsony Brothers. Kennen Sie nicht? Dabei gehörten die drei Brüder aus Simmering einst in der Glamourwelt von Las Vegas zur absoluten Show-Elite – mit ihren atemberaubenden Handstandnummern begeisterten sie unter anderem Superstars wie Dean Martin, Frank Sinatra und Jerry Lewis. Doch irgendwann verschwanden die Carsonys für immer in der Vergessenheit – auch in ihrer Heimat Österreich.

Baracke, Flucht, Militär
Es begann alles in einer Barackensiedlung in Hasenleiten, einer der ärmsten Gegenden Wiens in den 20er-Jahren. Hier wuchs Karl Schrom mit 15 (!) Geschwistern auf. Für ein paar Groschen konnte der Kleine in den Zirkus flüchten – und träumte schon mit sechs Jahren von einer Karriere als großer Artist. Mit 17 Jahren wurde er zum Militär einberufen – und geriet 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft.  Schon im Lager, in Fort Carson, beschloss er, irgendwann nach Amerika zurückzukehren – als großer Artist.

Den Traum setzte er sofort in die Tat um, als er nach zweieinhalb Jahren nach Wien zurückkehrte. Gemeinsam mit zwei seiner Brüder, den Zwillingen Bert und Joe, gründete er die Carsony Brothers – der Name war eine Erinnerung an die prägenden Jahre in Gefangenschaft.

Stars in Vegas
Nach Jahren harter Arbeit, Tourneen durch Europa, Neuseeland und Kanada schaffte er es schließlich – und ging als gefeierter Show-Act in Amerika von Bord. Die Carsonys eroberten in den 50er- und 60er-Jahren Las Vegas im Sturm, der charismatische Karl wusste, wie man für Furore sorgt. Er begeisterte nicht nur auf der Bühne, sondern sorgte mit seinen Handstand-Stunts auf Hochhäusern wie z.B. auf dem legendären Sahara-Hotel in Vegas für massiven Medienrummel.

"Er hat ein unglaublich gutes Gespür, war sehr clever und ehrgeizig", meint Barbara Weissenbeck. Die Filmemacherin hat nun mithilfe von Berts Wiener Tochter und zahlreichen anderen Wegbegleitern den Höhenflug der drei Equilibristen in einer spannenden Dokumentation mit zahlreichen Originalaufnahmen vor dem Vergessen bewahrt.

Tragisches Ende
Bis hin zum traurigen Ende – denn so hoch die Carsonys auch geflogen sein mögen, letztendlich hielten sie dem Druck nicht stand. Die beiden Zwillinge nahmen sich das Leben, Karl versuchte es noch einige Zeit ohne sie, endete aber schließlich als Croupier in einem Casino. Der Glanz verblasste – ihre faszinierende Geschichte nicht. "Carsony Brothers – Von Simmering nach Las Vegas", Sonntag um 23.05 Uhr auf ORF 2.

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