Di, 21. November 2017

Zwischen Müllbergen

25.11.2014 09:51

Tierschützer retten Hund aus Wiener Kellerverlies

Die "Vier Pfoten" konnte am Montag einen etwa dreijährigen Pitbull aus seinem Kellergefängnis im 10. Wiener Gemeindebezirk befreien, vom Amtstierarzt und der Polizei konfiszieren und von der Tierrettung ins Wiener Tierschutzhaus bringen lassen.

Eine Mitarbeiterin der Caritas hatte die Tierschützer angerufen und darauf hingewiesen, dass sie immer wieder Hundegebell und –jaulen im Haus in der Schleiergasse hörte, aber nie ein Tier zu Gesicht bekam.

Dreijähriger Pitbull lebte in Kellerabteil
"Die Dame hat schließlich festgestellt, dass der Hund im Keller sein musste. Wir haben dann, als ich mir die Situation vor Ort angesehen habe, auch Nachbarn gefragt. Niemand hat je einen Hund gesehen", berichtet "Vier Pfoten"-Mitarbeiterin Isabel Deycmar. Sie verständigte den Amtstierarzt, der die Polizei hinzurief. Die Tür zum Kellerabteil wurde schließlich geöffnet und der Hund, ein etwa dreijähriger Pitbull, tatsächlich darin gefunden.

Bestialischer Gestank und Müllberge
"Es war stockdunkel im Keller, es stank bestialisch nach Urin, Müll lag überall, und Ratten liefen herum", erzählt Isabel Deycmar. "Der Pitbull saß in einem Koffer. Der Arme ist sehr mager, aber er scheint auf den ersten Blick nicht krank zu sein. Auf seinem Gesäß sind Narben, die von einem Kampf stammen könnten. Er war sofort sehr zutraulich. Anscheinend war ihm Holz zur Beschäftigung hineingelegt worden, das er bereits komplett zerlegt hat."

17-Jähriger passte angeblich auf Pitbull auf
Gemeinsam mit der Polizei fand Deycmar dann auch unter den Hausbewohnern den Verantwortlichen, einen 17-jährigen Burschen, der bei seiner Mutter wohnt. Er behauptet, den Hund nur vorübergehend für seinen ebenfalls 17-jährigen Halter zu betreuen, der derzeit nicht in Wien sei. Da beide jungen Männer zudem vorbestraft sind, konnten sie sich auch nicht für den Hundeführschein anmelden.

"Diese Haltung ist einfach schockierend"
"Es ist offensichtlich, dass die Burschen keinerlei Verantwortungsbewusstsein für den Hund haben", so Isabel Deymar. "Diese Haltung ist einfach schockierend. Einen Hund in absoluter Dunkelheit, ohne Kontakt mit Menschen oder anderen Tieren, ohne die Möglichkeit zum Freilauf – wir sind froh, dass die Mitarbeiterin der Caritas so engagiert war und uns angerufen hat."

Nun wartet das zutrauliche Tier im Wiener Tierschutzhaus auf neue, liebevolle Besitzer. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 01/699 24 50 melden.

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